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Dresdner Radfahrer ignorieren Sperrung des Elberadweges

An der Hafencity werden Bauzäune weggeschoben, Räder über Absperrungen gehoben. Am Dienstag könnte es eine neue Lösung für die Umleitung geben.

Von Kay Haufe
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Absperrungen werden nicht von allen akzeptiert, sondern das Rad einfach drübergehoben. USD-Projektleiter Sebastian Forkert (r.) spricht mit den Betreffenden.
Absperrungen werden nicht von allen akzeptiert, sondern das Rad einfach drübergehoben. USD-Projektleiter Sebastian Forkert (r.) spricht mit den Betreffenden. © Archivfoto: Christian Juppe

Dresden. Seit Dienstagmittag erlebt es der USD-Projektleiter für die Hafencity ständig: Radfahrer wollen den gesperrten Radweg am Pieschener Hafen und die damit verbundenen Umleitungen so nicht hinnehmen. "Sie schieben die Bauzäune weg oder entfernen einzelne Teile, um wieder auf den Radweg zu kommen", sagt Sebastian Forkert. Am Donnerstagnachmittag geht er zu zwei Radfahrern, die kurz vor der Marienbrücke ihre Räder über die Absperrung heben. "Ich spreche viele an und weise darauf hin, dass der Weg nicht mehr nutzbar ist. Die meisten reagieren auch sehr entschuldigend und verstehen meine Argumente", sagt der Projektleiter.

Doch er macht sich Sorgen, dass dieses Verhalten weitergehen wird. Ab Freitag, den 19. November, kommt eine Fräsmaschine, die den Asphalt auf dem Elberadweg entfernt. Dann könnte es zwischen der Baumaschine und Radfahrern zu gefährlichen Situationen kommen. "Dabei sind unsere Hinweisschilder, dass der Weg gesperrt ist, nicht zu übersehen", sagt Forkert.

Investor USD will den Elberadweg in Höhe der Hafencity bis Mitte April 2022 neu bauen, in Teilen verlegen und verbreitern. Damit soll auch die gefährliche S-Kurve in Höhe des City-Beaches entschärft werden. Radfahrer, Fußgänger und alle anderen Nutzer müssen sich auf Umleitungen einstellen, hatte Investor USD mitgeteilt.

Die dafür vorgesehene Umleitung für Radfahrer war schon vor Beginn der Arbeiten vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC kritisiert worden. Denn bei dieser müssen Radfahrer in stadtauswärtiger Richtung zweimal an Ampeln die Leipziger Straße überqueren. Das werde keiner machen, sondern stattdessen auf der falschen Gehwegseite fahren, vermutete der Dresdner ADFC-Geschäftsführer Edwin Seifert. Genau dieses Verhalten haben auch SZ-Reporter mehrfach beobachtet, zusätzlich zu den aufgeschobenen Zäunen.

Um eine geeignetere Lösung für Fußgänger und Radfahrer zu finden, hat sich der Verein am kommenden Dienstag vor Ort mit der Straßenverkehrsbehörde und Vertretern des Investors USD zum Termin verabredet. "Wir würden es begrüßen, wenn es abschnittweise Sperrungen geben würde und Umleitungen möglichst auf dem Gelände gefunden werden", sagt Seifert.

Es sei nicht zu rechtfertigen, dass Radfahrer die Bauzäune wegschieben würden. "Aber absehbar war es", sagt Seifert. Die Strecke aus dem Dresdner Nordwesten in die Innenstadt wird immer populärer als Arbeitsweg. Bei einer ADFC-Zählung am 3. Juli 2019 wurden rund 7.000 Radfahrer auf dem Elberadweg in Höhe des Glockenspielpavillons gezählt.

Ob es tatsächlich eine andere Umleitung für die Zeit des Baus am Elberadweg geben wird, bleibt abzuwarten. USD-Sprecher Ulf Mehner hatte im SZ-Gespräch darauf hingewiesen, dass im Bereich der Promenade auch Neubauten errichtet würden und die Platzverhältnisse nicht ausreichten, um den Radverkehr dort zu gewährleisten.