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Mit dem Rad ohne Umwege zum Dresdner Hauptbahnhof

Radler kommen jetzt direkt vom Postplatz zum Hauptbahnhof, wovon Fußgänger auf der Prager Straße profitieren könnten. Doch es gibt Wermutstropfen.

Von Kay Haufe
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Durch den Umbau des Dippoldiswalder Platzes gibt es jetzt durchgehende Radwege vom Postplatz bis zum Hauptbahnhof.
Durch den Umbau des Dippoldiswalder Platzes gibt es jetzt durchgehende Radwege vom Postplatz bis zum Hauptbahnhof. © Foto: ADFC Dresden

Dresden. Da werden Radfahrende wie Fußgänger gleichermaßen aufatmen: Seit vergangenem Freitag gibt es durch den Umbau des Dippoldiswalder Platzes einen durchgehenden Radweg vom Postplatz über die Marien- und Reitbahnstraße zum Hauptbahnhof und zurück. Damit ist die belebte Prager Straße nicht mehr die schnellste Route für Radfahrende. Insbesondere die Verbindung zum Postplatz verbessere sich damit deutlich, denn bisher mussten Radfahrer am Dippoldiswalder Platz einen großen Umweg fahren, sagt Edwin Seifert, der Geschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Dresden.

Er lobt die Umgestaltung des Dippoldiswalder Platzes. Die komplexe Kreuzung mit ihren großzügigen Abbiegespuren sei bisher nur für den motorisierten Verkehr konzipiert gewesen und sah eine Nord-Süd-Querung für den Radverkehr überhaupt nicht vor. Jetzt habe sich das geändert.

Es gibt jedoch einige Wermutstropfen. Die Ampelschaltung zwinge Radfahrenden teilweise sehr lange Wartezeiten auf. "Da muss die Stadt nachbessern. Schließlich sollte man die Kreuzung mit dem Rad in einem Zug passieren können, wie es überall in der Stadt für Autos normal ist", so Seifert. Auch die Anlage der Radspuren, die oft zwischen zwei Autospuren verliefen, sei nicht optimal. Zwar würden Radfahrende vom Autoverkehr gut gesehen, doch es entstehe oft ein subjektives Unsicherheitsgefühl zwischen den Autos.

Der ADFC hat gezählt, wie viele Projekte aus dem Radverkehrskonzept bereits umgesetzt sind, mit einem erschreckenden Ergebnis: Erst hinter 87 der 447 Maßnahmen kann ein Haken gesetzt werden. Manche sind auch nur teilweise abgearbeitet. Insgesamt klettert der Erfüllungsgrad des Konzeptes damit auf 15,5 Prozent.

Es bleibe also noch sehr viel zu tun, sagt Seifert. Konkret spricht er Straßenzüge an, wo aufgehende Türen von geparkten Autos eine gravierende Gefahr für Radfahrer darstellen. Eine ausführliche Liste solcher Straßenabschnitte habe die Stadt bereits seit Herbst 2018.