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Schiffseinsatz an der Augustusbrücke

Die Fassade über der Elbe wird aufpoliert. Auf der Brücke steht die nächste Freigabe bevor. Wie es mit den Bauarbeiten vorangeht.

Vom Schiff aus wird dieser Sandsteinpfeiler der Augustusbrücke neu verfugt und ausgebessert.
Vom Schiff aus wird dieser Sandsteinpfeiler der Augustusbrücke neu verfugt und ausgebessert. © SZ/Peter Hilbert

Dresden. Einige Bauleute von Hentschke Bau haben derzeit an der Augustusbrücke ungewöhnliche Arbeitsorte. Sie stehen auf Hebebühnen, die auf einem Schiff emporragen. Von dort aus werden die Sandsteinflächen über den beiden Schifffahrtsrinnen der Elbe instandgesetzt. Die Fachleute erneuern die Fugen zwischen den Sandsteinen. Außerdem bessern sie beschädigte Steine aus, indem Teile von ihnen durch sogenannte Vierungen ersetzt werden.

Die Schiffsaktion: Arbeiten in luftiger Höhe

Derzeit sind die Bauleute am dritten Bogen auf der Altstädter Seite aktiv. Sind sie dort fertig, werden die Arbeiten am vierten Bogen fortgesetzt. Während dieser Zeit steht nur eine der beiden Schifffahrtsöffnungen zur Verfügung.

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Die Schäden sind bereits zuvor untersucht worden, hatte das Straßenbauamt erklärt. Seit April sind die Bauleute nun dabei, sie zu beseitigen. Zwar sind am Neustädter Ufer die Stirnflächen der Bögen an der elbaufwärts liegenden Seite schon saniert. Über dem Fluss und auf der anderen Brückenseite aber noch nicht. Damit wurde schon parallel zum Brüstungsbau auf der Brücke begonnen. Die Sichtflächen am zweiten und fünften Brückenbogen können von Gerüsten aus instandgesetzt werden, wenn der Elbpegel niedrig steht. Von Gerüsten aus wird es auch an den verbleibenden Neustädter Sandsteinflächen zur Sache gehen. Insgesamt sollen sich diese Arbeiten bis 2022 hinziehen. Größere Einschränkungen wird es deshalb aber nicht geben.

Der Brüstungsbau: Steine genau nummeriert

Weit fortgeschritten ist währenddessen die Sanierung eine Etage höher, auf der zweiten, elbabwärtsliegenden Hälfte der Augustusbrücke. Frisch versetzt sind die Sandsteine über dem sechsten der insgesamt neun Bögen. Begonnen haben jetzt die Arbeiten über dem siebten Bogen.

Über sechs Bögen erstreckt sich die Sandsteinbrüstung der Augustusbrücke. Sind die alten Steine nicht mehr verwendbar, haben die Sächsischen Sandsteinwerke Pirna passgerecht neue gefertigt.
Über sechs Bögen erstreckt sich die Sandsteinbrüstung der Augustusbrücke. Sind die alten Steine nicht mehr verwendbar, haben die Sächsischen Sandsteinwerke Pirna passgerecht neue gefertigt. © SZ/Peter Hilbert

Etwa 2.000 Brüstungssteine sind auf dieser Brückenseite abgebaut worden. Rund ein Drittel davon war so beschädigt, dass in den Pirnaer Sandsteinwerken neue Steine hergestellt werden mussten. Die alten Steine sind genau nummeriert worden, damit sie an der gleichen Stelle wieder eingebaut werden können. So sind auch die neu gefertigten Steine gekennzeichnet. Beim Einbau müssen sie sehr vorsichtig behandelt werden. Da dürfen keine Kanten abbrechen oder andere Schäden entstehen. Deshalb haben die Sandsteinwerke dort besonders erfahrene Fachleute eingesetzt, die die Steine vorsichtig mit einem kleinen Bagger einsetzen.

Der Fußweg: Erste Freigabe in Kürze

Weit fortgeschritten ist auch der Wiederaufbau des Fußwegs auf dieser Brückenseite. Die Bordsteine sind über die gesamte Brückenlänge versetzt. Von der Altstädter Seite bis über die Brückenmitte am fünften Bogen liegen auch die Fußwegplatten aus Granit. Noch in diesem Monat soll der bis dahin fertiggestellte Teil des Fußwegs von der Treppe am Italienischen Dörfchen bis zum vierten Pfeiler freigegeben werden, teilt das Straßenbauamt mit.

Allerdings ist noch eine Querung zum elbaufwärts liegenden Fußweg nötig. In Höhe des Blockhauses bauen die Dresdner Verkehrsbetriebe ab Juni bis Jahresende eine behindertengerechte Haltestelle. Ausgebaut wird in dem Zuge auch das Gleisdreieck am Neustädter Markt.

Der neue Fußweg ist bis über die Brückenmitte hinaus fertig. Der erste Teil soll noch diesen Monat freigegeben werden. Allerdings ist dafür eine Querung zum komplett fertigen Fußweg auf der anderen Brückenseite nötig.
Der neue Fußweg ist bis über die Brückenmitte hinaus fertig. Der erste Teil soll noch diesen Monat freigegeben werden. Allerdings ist dafür eine Querung zum komplett fertigen Fußweg auf der anderen Brückenseite nötig. © SZ/Peter Hilbert

Der Gleisbau: Ab Jahresende rollen die Bahnen

Am Altstädter Brückenanschluss mit der Haltestelle vor der Hofkirche sind die neuen Gleise bereits verlegt. Im Juni werden diese Arbeiten auf der Brücke fortgesetzt. Liegen die Gleise, wird dazwischen das neue, geschnittene Pflaster verlegt. Das einst buckelige Holperpflaster der Straße war nicht nur eine Sturzfalle für Fußgänger, sondern auch nicht gerade einfach für Radfahrer. Deshalb bekommen die Brücke und auch ihre Anschlüsse einen Belag aus dem geschnittenem Pflaster, der auch dem historischen Bild entspricht.

Auf der Brücke war schon vor der Sanierung eine kleine Testfläche mit geschnittenen alten Steinen angelegt worden. Doch die Ecken der Steine waren unter der Belastung abgebrochen. Deshalb hatte die Stadt gemeinsam mit dem Denkmalschutz neue Pflastersteine mit einer rauen Oberfläche ausgewählt.

Das sind die neuen LED-Leuchten auf der Augustusbrücke. Das Licht soll künftig dem historischen Original gleichen.
Das sind die neuen LED-Leuchten auf der Augustusbrücke. Das Licht soll künftig dem historischen Original gleichen. © SZ/Peter Hilbert

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Der Abstand der Gleisachsen wird auf drei Meter verbreitert, sodass künftig Stadtbahnwagen mit breiteren Wagenkästen eingesetzt werden können. Wesentlich mehr Platz erhalten die Radler am Rand der Fahrbahn. Jeder Radweg, der auch eine Oberfläche aus geschnittenem Pflaster erhält, ist 2,25 Meter breit. Ab Jahresende sollen die Bahnen wieder über die Augustusbrücke rollen. Sie bleibt aber für Autos bis auf Ausnahmen gesperrt.

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