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Dresden: Tempo 30 für Pillnitzer Landstraße?

Der Radfahr-Club ADFC kritisiert den ständigen Tempowechsel auf der Straße am Elbhang, der auch Radfahrer gefährdet. Für ihn gibt es eine einfache Lösung.

Auf der Pillnitzer Landstraße wechseln sich 30er- und 50er-Tempo-Zonen ständig ab, wie hier kurz hinter der Loschwitzer Kirche.
Auf der Pillnitzer Landstraße wechseln sich 30er- und 50er-Tempo-Zonen ständig ab, wie hier kurz hinter der Loschwitzer Kirche. © Christian Juppe

Dresden. Wer vom Körnerplatz bis Pillnitz fährt, kann schnall mal den Überblick über die zulässige Höchstgeschwindigkeit verlieren. In kurzer Folge stehen Schilder am Straßenrand, die entweder Tempo 30 oder Tempo 50 vorgeben. In Kombination mit dem Auf und Ab der Straße und ihren Kurven ist große Konzentration gefragt, stets die richtige Geschwindigkeit zu treffen.

Auch für Radfahrer ist diese Situation gefährlich, versuchen doch Autofahrer, sie regelmäßig in den 50er-Abschnitten zu überholen, was aufgrund der Unübersichtlichkeit der Pillnitzer Landstraße schwierig ist. Radwege gibt es keine und der Elbradweg führt nur bis Altwachwitz und ist dann erst wieder ab der Laubegaster Straße in Niederpoyritz befahrbar. Bleibt also nur, auf der Pillnitzer Straße zu fahren. Die teilen sich Radfahrer mit durchschnittlich 10.000 Autofahrern am Tag.

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Um die Verbindung von Pillnitz bis zum Körnerplatz sicherer zu gestalten, fordert der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) ein durchgängiges Tempo 30. Dies soll im Rahmen eines Verkehrsversuches passieren. Eine Maßnahme, die den Schilderwald deutlich lichten würde und auch für den Autoverkehr einen Gewinn bringen würde, so der ADFC.

Stadtverwaltung kann Tempo 30 nicht einfach anordnen

Den Vorschlag eines Verkehrsversuches nach StVO §45 (9) Punkt 7 hat der Fahrradclub vor ein paar Wochen an das Straßen- und Tiefbauamt geschickt und wartet seither auf Antwort. "Wir würden es sehr begrüßen, wenn die Stadt an dieser Stelle einmal zeigt, dass ihr Anwohner, Fußgänger und Radfahrer am Herzen liegen. Schließlich ist die Pillnitzer Landstraße auch eine wichtige Schulwegroute für viele Kinder", sagt Gesa Dickert vom ADFC, die selbst Mutter von drei Kindern ist. "Ich bin mir sicher, dass bei durchgehendem Tempo 30 dann auf so manche Schulelterntaxifahrt verzichtet und dem Fahrrad der Vorzug gegeben wird. Baubürgermeister und Straßenverkehrsbehörde müssen nur einmal Mut zeigen, die neuen Möglichkeiten der jüngsten StVO-Novelle nutzen und einen Verkehrsversuch anordnen!"

Die Stadtverwaltung erklärt jedoch, dass sie ein einheitliches Tempo 30 nicht einfach anordnen kann. Beschränkungen des fließenden Verkehrs dürften nach § 45 Abs. 9 der Straßenverkehrsordnung nur angeordnet werden, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse wie vor sensiblen Einrichtungen wie Schulen und Pflegeheimen eine Gefahrenlage besteht. Dies gilt auch für Gefahrensituationen, die sich durch den Streckenverlauf ergeben, zum Beispiel wie die Kuppe in Höhe Josef-Hegenbarth-Weg oder andere, kurvige und unübersichtliche Bereiche. Eine durchgängige Beschränkung der gesamten Pillnitzer Landstraße auf 30 Kilometer pro Stunde darf die Straßenverkehrsbehörde der Einfachheit halber nicht anordnen.

Zeitweilig hohes Verkehrsaufkommen, Aufenthalte an Bushaltestellen, Lichtsignalanlagen und andere Faktoren bestimmten außerdem das Fahrtempo auf der Pillnitzer Landstraße mit, heißt es aus dem Straßen- und Tiefbauamt.

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