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Länger warten auf Dresdens Ostumfahrung

Das Gericht wird nicht im Dezember, sondern erst im Februar über die BUND-Klage verhandeln. An der neuen S177 wird gebaut - mit angezogener Handbremse.

Zwischen Eschdorf und Rossendorf entsteht der Rohbau der Brücke für die neue S177.
Zwischen Eschdorf und Rossendorf entsteht der Rohbau der Brücke für die neue S177. © Marko Förster

Beim Bau der Dresdner Ostumfahrung wird eine weitere Verzögerung befürchtet. Obwohl für das 5,4 Kilometer lange Teilstück zwischen Wünschendorf und Eschdorf seit zweieinhalb Jahren Baurecht besteht, hält sich das Landesamt für Straßenbau und Verkehr mit der Ausschreibung der meisten Aufträge zurück. Grund ist eine Klage des Bundes Umwelt und Naturschutz Deutschland. Der BUND sieht durch den Straßenbau Gefahr für mehrere geschützte und teils vom Aussterben bedrohte Arten.

Keiner der BUND-Vorschläge sei bei der Planung der Trasse berücksichtigt worden. Die Naturschützer hatten stellenweise eine Verlegung der Trasse gefordert, statt bestimmter Dämme sollten Brücken gebaut werden, und am Doberberg bei Wünschendorf fordert der BUND eine 30 Meter breite Grünbrücke für Tiere, so wie beispielsweise an der Ortsumgehung von Bischofswerda.

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Gericht verhandelt im Februar über BUND-Klage

Das Verwaltungsgericht Dresden wollte zuletzt am 8./9. Dezember über die BUND-Klage verhandeln. Doch daraus wird nichts. Wie Carola Vulpius, stellvertretende Pressesprecherin des Gerichts, mitteilte, habe die zuständige Kammer den Termin aus dienstlichen Gründen auf den 25./26. Februar kommenden Jahres verlegt. Auf Nachfrage wollte die Kammer die Begründung für die Verschiebung nicht präzisieren. Bekannt ist aber, dass die Corona-Pandemie die Arbeit des Gerichts beeinträchtigt.

So lange keine Rechtssicherheit besteht, sieht sich das Straßenbauamt zur Untätigkeit verdonnert - mit einigen Ausnahmen. Bereits fertiggestellt wurde unter anderem ein System unterirdischer Zisternen mit mehreren Hundert Kubikmetern Fassungsvermögen. Diese Rückhaltebecken sollen nicht nur verhindern, dass die alte S177 oder die neue Schnellstraße von Regen überflutet werden. Sie können auch bei einer Havarie ausgetretenes Motoröl auffangen, damit dieses nicht in den Boden gelangt.

Neue S177 bereits fertig bei Pirna und Radeberg

Gebaut wird derzeit nur noch an einer Brücke zwischen Eschdorf und Rossendorf. Das zwölf Meter lange Bauwerk wird die heutige S177 überspannen und soll im August 2021 fertig werden. Dann wird die Brücke voraussichtlich eine ganze Weile nutzlos in der Landschaft herumstehen, weil die Straße selbst erst gebaut wird, wenn Rechtssicherheit besteht.

© SZ Infografik

Besser sieht es mit dem Abschnitt der Dresdner Ostumfahrung zwischen Leppersdorf und Radeberg aus. Westlich von Leppersdorf wird die neue S177 bereits asphaltiert. Ab 2022 soll der Verkehr von der A4 bis Radeberg über die neue Schnellstraße rollen. Bereits fertig sind die Abschnitte A17 - Pirna - Wünschendorf und Kleinerkmannsdorf - Radeberg.

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