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Dresden soll neuen Straßenbahn-Halt bekommen

Die Stadt plant eine neue Bahntrasse von Löbtau bis Strehlen, die sich aber um Jahre verzögert. Auch wegen einer neuen Haltestelle. Für diese fällt eine andere weg.

Mitten auf der Nossener Brücke in Dresden soll eine neue Haltestelle gebaut werden.
Mitten auf der Nossener Brücke in Dresden soll eine neue Haltestelle gebaut werden. © Archiv/Rene Meinig

Dresden. Sie sollte der ganz große Wurf werden, doch schon beim ersten Bauabschnitt zwischen dem Wasaplatz und der Tiergartenstraße gab es Probleme. Klagen sorgten damals für Verzögerungen. Die Stadtbahn 2020, eigentlich sogar geplant als Stadtbahnpaket mit drei Linien, wird ihrem Namen nicht mehr gerecht. Selbst 2025 ist als Termin für den Betrieb auf der ersten der drei Strecken zu optimistisch. Denn der aktuelle Zeitplan lässt einen Baubeginn für den letzten Abschnitt der Trasse Löbtau-Strehlen erst in mindestens vier Jahren erwarten.

Dazu kam ein Wunsch der Deutschen Bahn, der die Planungen zurückwarf. Auf der Nossener Brücke stellt sich das Unternehmen eine Haltestelle vor, die dann in Verbindung mit einem noch zu bauenden S-Bahn-Halt unter der Brücke zu einem neuen Umsteigepunkt werden könnte. Im April 2014 war das zwar bereits offiziell im Gespräch, doch noch längst nicht spruchreif. Die Haltestelle auf der Nossener Brücke war damals nicht mehr als ein Denkmodell. "Auf der Nossener Brücke besteht im Bereich des möglichen S-Bahn-Haltepunktes die Option einer neuen Haltestelle", hieß es dazu in einem Faltblatt der Verkehrsbetriebe.

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Baubeginn sollte vor vier Jahren sein

Die damaligen Vorstände der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) Rainer Zieschank und Hans-Jürgen Credé hofften zu dieser Zeit noch auf einen Baubeginn für den Abschnitt Nossener Brücke - Nürnberger Straße im zweiten Quartal 2017. Vier Jahre später ist das Genehmigungsverfahren für die rund 1,6 Kilometer lange Strecke noch nicht einmal in seiner finalen Phase angekommen.

Auch die Haltestelle samt S-Bahn-Station ist noch nicht fertig geplant. Heute steht aber fest: Es soll sie auf jeden Fall geben. "An der Nossener Brücke entsteht ein neuer Haltepunkt mit barrierefreier Zugangsmöglichkeit zum öffentlichen Nahverkehr der Dresdner Verkehrsbetriebe auf der Brücke", schreibt die Bahn dazu in ihrem Bauinfo-Portal. "Mit der Einrichtung des neuen Haltepunkts Nossener Brücke für die S-Bahn und der Errichtung der Haltestelle für Bus und Straßenbahn wird eine optimale Anbindung an die neue Stadtbahntrasse geschaffen", erklärt eine DB-Sprecherin. Zu den Plänen des zusätzlichen Haltepunkts und den Verkehrskonzepten habe das Unternehmen in den vergangenen Jahren intensive Gespräche mit Verkehrsverbünden, dem VVO, der Stadt und den DVB geführt.

Ersatz für Haltestelle Zwickauer Straße

Die neue Station auf der Brücke soll laut der Stadt, die die Planungs- und Bauhoheit hat, die Haltestelle Zwickauer Straße ersetzen. Die befinde sich "vergleichsweise nah an der Haltestelle Chemnitzer Straße" und fällt dann weg. Damit entfällt künftig auch der kurze Weg von der jetzigen Brücken-Haltestelle über Treppen hinunter zur Zwickauer Straße. Das Vorhaben entspreche dem Verkehrsentwicklungsplan der Stadt und sei 2018 so vom Stadtrat bestätigt worden, so die Verwaltung. Und: "Die Haltestelle ordnet sich sinnvoll in den Streckenzug ein." Schließlich liege der Abstand zwischen den zwei Bushaltestellen Zwickauer Straße und Tharandter Straße "deutlich über dem durchschnittlichen Haltestellenabstand von 472 Metern". Er beträgt aktuell rund 850 Meter.

Die Zahl der Ein- und Aussteiger, die die neue Station künftig nutzen werden, liegt unter dem, was die Verkehrsbetriebe zum Beispiel am S-Bahnhof Strehlen gezählt haben. An diesem ersten neuen Umsteigepunkt auf der Stadtbahnstrecke Löbtau - Strehlen kamen sie bei einer Zählung im vorletzten Jahr auf etwas mehr als 5.000 Ein-, Aus- und Umsteiger. Dort halten regulär vier Bus- und zwei Straßenbahnlinien der DVB. Die neue Straßenbahnhaltestelle auf der Nossener Brücke werden laut den aktuellen Prognosen pro Tag 2.450 Fahrgäste nutzen. Allerdings erst 2030, denn für dieses Jahr wurden die Nutzerzahlen prognostiziert.

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Zum Vergleich: Das entspricht etwa der Ein- und Aussteigerzahl an der Haltestelle Rosenstraße auf der "Freiberger" oder auf dem Comeniusplatz.

Was die neue Station kosten wird, steht noch nicht fest. "Zurzeit erfolgt gerade die Kostenberechnung, erste Informationen dazu können voraussichtlich im August geliefert werden", teilt die Stadt mit.

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