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Warum dauert es am Ullersdorfer Platz so lange?

Seit Jahrzehnten gibt es die Forderung, den Platz umzubauen. Vor zwei Jahren gab es einen klaren Auftrag aus dem Stadtrat. Was bisher passiert ist.

Hier lädt nichts zum längeren Aufenthalt ein, doch Fahrgäste müssen auf dem Ullersdorfer Platz öfter warten.
Hier lädt nichts zum längeren Aufenthalt ein, doch Fahrgäste müssen auf dem Ullersdorfer Platz öfter warten. © Sven Ellger

Dresden. Er könnte tatsächlich das am längsten ungelöste Verkehrsproblem in Dresden werden: Seit Jahrzehnten ändert sich am Ullersdorfer Platz nichts zum Guten. Die über 1.000 Schüler des Gymnasiums Bühlau warten dort lange an den zwei kleinen Ampeln, um von der Haltestelle zur Schule zu kommen. Linksabbiegende Fahrzeuge aus der Quohrener Straße brauchen ewig, ehe sie auf die Bautzner Landstraße oder wie im Falle der Busse auf den Platz einbiegen können. Ganz zu schweigen vom Zustand der Haltestellen, die für die Busse nicht barrierefrei sind.

Wer aus ankommenden Bussen aussteigen und in eine andere Linie umsteigen möchte, muss zudem über holpriges Kopfsteinpflaster laufen, auf dem schon mancher Fahrgast zu Fall gekommen ist. Alles in allem kann man den Ullersdorfer Platz nur als Monstrum bezeichnen. Doch das ändert nichts an der Tatsache, dass kaum etwas zu seiner Verbesserung geschehen ist.

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Aufträge an die Stadtverwaltung

Im Jahr 2019 hat die SPD-Fraktion im Dresdner Stadtrat in einem Antrag gefordert, wenigstens die Aufenthaltsqualität dort zu verbessern und die Fahrsteige barrierefrei auszubauen. Weiterhin war die Verwaltung beauftragt worden, eine öffentliche Toilette zu installieren und zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten zu schaffen.

Wie die Stadtverwaltung in einer Beschlusskontrolle kürzlich bekannt gab, sind jetzt keine weiteren Fahrgastunterstände, zum Beispiel für große Schüler- oder Wandergruppen geplant, wie sie sich dort öfter aufhalten. Die DVB hätten bereits jede Fahrbahn mit Wartehäuschen ausgestattet. Es werde zwar geprüft, ob die Bussteige mit einer modularen Lösung angehoben und damit barrierefrei gemacht werden können. Doch nicht ohne den Hinweis, dass eine solche Lösung an anderer Stelle bei der Linie 61 bereits problematisch war. Es gab dort zu große Spaltmaße zwischen Fahrzeug und Aussteigemöglichkeit. In Bezug auf die öffentliche Toilette würden mehrere Optionen geprüft, schreibt die Stadtverwaltung. Wann eine geeignete gebaut wird, bleibt offen. Mehr Radabstellmöglichkeiten soll es keine geben, vor allem, weil zu wenig Platz da ist.

Hohe Einstiegskanten sind für ältere und Menschen mit Behinderungen sowie Fahrgäste mit Kinderwagen ein Problem.
Hohe Einstiegskanten sind für ältere und Menschen mit Behinderungen sowie Fahrgäste mit Kinderwagen ein Problem. © Sven Ellger

Lösung für die Linie 61

Außerdem geplant war, die Haltestelle der Buslinie 61 stadtauswärts an die Bautzner Landstraße zu verlegen, damit die Busse nicht so viel Zeit beim Einbiegen auf den Ullersdorfer Platz verlieren. Doch das scheint schwieriger als gedacht. Dafür muss es laut Auskunft der Stadtverwaltung eine "dynamische Zeitinsel" geben, doch es ist kein Platz für die erforderlichen Medien und Maststandtorte. Eine Nutzung von privatem Gelände wurde vom Eigentümer abgelehnt. Nun wird geprüft, ob es auch eine mobile Signalanlage auf dem Gehweg tut.

Für SPD-Stadträtin Kristin Sturm ist der Zustand am Ullersdorfer Platz nicht haltbar. "Das Thema Ullersdorfer Platz ist eine einzige Farce. Dieser wichtige Knotenpunkt wird täglich von tausenden Verkehrsteilnehmenden passiert und befindet sich in einem jämmerlichen Sicherheitszustand", kritisiert Sturm. Insbesondere für die Schüler des Gymnasiums und ältere Menschen sei die Verkehrssicherheit nicht annehmbar.

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Die Stadtverwaltung gehe hier weder den grundhaften Ausbau, noch verbessernde Zwischenmaßnahmen mit Nachdruck an. "Ich begrüße es ausdrücklich, dass Herr Kühn sich an anderer Stelle mit so viel Nachdruck für den Radverkehr einsetzt. Aber wann verleiht der zuständige Baubürgermeister dem Ullersdorfer Platz endlich die angemessene Priorität?" In Summe ließe sich hier sagen, dass die Verwaltung mache, was sie wolle und Aufträge des Stadtrates zum Teil grob missachte, so Sturm.

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