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Was lernen wir aus der Pandemie? Spontanität!

Die Museen haben wieder geöffnet. Hieß es vor zwei Wochen, kurz darauf hatten sie geschlossen. Die Pandemie lehrt, schnell und flexibel zu werden.

Tische und Stühle vor einem Restaurant auf dem Dresdner Neumarkt. Unsere Autorin fragt: Was lernen wir aus all der Leere?
Tische und Stühle vor einem Restaurant auf dem Dresdner Neumarkt. Unsere Autorin fragt: Was lernen wir aus all der Leere? © dpa-Zentralbild

Eine Frage schwebt in der Frühlingsluft: Was bleibt nach der Pandemie? Vieles haben wir zu schätzen gelernt: ein Familientreffen mit großem Buffet und lustigem Tratsch, Partys bis in die Morgenstunden, Sportkurse mit verschwitzen Gesichtern, eine Umarmung ohne schlechtes Gewissen, Unterricht im Klassenzimmer und ein Studium im Hörsaal, das gemeinsame Kantinenessen. Ein Kaffeegenuss mit der Oma. Urlaub – außerhalb der eigenen vier Wände. Diskussionen über Politik ohne Corona im Mittelpunkt. Natürlich, das ist bekannt, all das werden wir nach der Pandemie viel mehr genießen. Aber was haben wir aus der Pandemie gelernt?

Ein kleines Wort scheint unter all den Verordnungen und Ausgangsbeschränkungen ganz verschwunden: Spontanität. Spontan in die Gaststätte gehen, einen Action-Film im Kino schauen, ein Wochenende an der Ostsee verbringen. Einfach bei einer Freundin klingeln und gemeinsam die Flasche Wein öffnen. Etwas Unberechenbares, Unabsehbares machen: Geht nur nach Absprache mit negativem Test oder gleich digital per Video. Es scheint, als ob wir das kleine Wörtchen verlernt haben. Oder?

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Die Pandemie macht das Leben weniger planbar. Öffnen die Museen, wird ein Besuch angesetzt. Nach einer Woche haben sie schon wieder geschlossen. Man steht vor den abgeriegelten Toren. Plant man einen Ausflug in den Tiergarten, braucht man einen Test, den man so schnell nicht bekommt. Will man einen Shoppingtag organisieren, heißt es kurz davor: Click & Collect.

Das Problem ist bekannt: viele Beschränkungsmaßnahmen, die zu oft hin- und herwechseln. Aus guten Gründen. Die Alltagsspontanität wurde von komplizierten Kontaktberechnungen verdrängt. Man lässt den Zoobesuch lieber gleich bleiben, weil das Testen zu kompliziert ist, hält an Gewohnheiten fest, die funktionieren.

Der Kopf muss flexibel werden

Aber was macht man mit all der freien Zeit, die plötzlich aufpoppt, wenn der geplante Besuch wegen der Quarantäne ausfällt? Der Kopf muss flexibel werden. Statt ins Café, ein Picknick unter der Frühlingssonne. Statt Deutschland-Urlaub im April, Wandern in der eigenen Region. Statt Osterbesuch wird ein nettes Paket versendet. Kreative Selbstbeschäftigung, die sich den Umständen anpasst - neue Corona-Verordnung, kein Problem! Ich fahr jetzt mit dem Rad durch die Nacht und leih mir nach 24 Uhr den Hund vom Nachbarn. Ich bin da ganz flexibel!

Die Unplanbarkeit geht übrigens auch nicht an Journalisten vorbei: Eigentlich sollte dieser Text von einem Museumsbesuch handeln, jetzt geht es um Spontanität. Das Gute an ihr: Wir können sie bestimmt in den nächsten Wochen gebrauchen. Die Inzidenz fällt derzeit deutlich, die Wahrscheinlichkeit, bald wieder ganz spontan im Museum die neuesten Kunstobjekte bewundern zu können, steigt dagegen schon fast spürbar. Man darf daran glauben. Ganz fest.

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