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Wirtschaft

Was soll der Gartenroboter in Pillnitz können?

Digitale Technologien gemeinsam gestalten: Schlösserland Sachsen und das Barkhausen-Institut rufen zu einer Online-Bürgerdiskussion am 8. Dezember auf.

Blick auf die beiden Buchen am Beginn der Maillebahn im Lustgarten des Schlossparks Pillnitz. Vielleicht werden sie bald von Gartenrobotern beschnitten.
Blick auf die beiden Buchen am Beginn der Maillebahn im Lustgarten des Schlossparks Pillnitz. Vielleicht werden sie bald von Gartenrobotern beschnitten. © Ronald Bonß

Der Klimawandel setzt die denkmalgeschützten Parkanlagen in Sachsen unter Stress. Teile des wertvollen historischen Gehölzbestands des Großen Gartens und des Schlossparks Pillnitz sterben ab. Die noch vorhandenen Gehölze müssen dringend besser geschützt werden.

Doch Wetterextreme wie Stürme, Hitze und weniger Regen erhöhen den Pflegeaufwand, also was das Fällen geschädigter Bäume, Neupflanzungen und Bewässern betrifft. „Der Aufwand steigt so schnell, dass eine Überforderung der Gärtnerinnen und Gärtner droht, was letztlich auch den Erhalt des Großen Gartens als Erholungsort, Wasserspeicher und Ort sozialer und kultureller Begegnungen bedroht“, sagt Christian Schäfer-Hock, Sprecher der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten gGmbH Sachsen (SBG gGmbH).

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Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 70 Gärtnerinnen und Gärtner in Voll- oder Teilzeit, die insgesamt 18 Gärten und 16 Liegenschaften mit einer Gesamtfläche von 300 Hektar betreuen. Auch das Schlösserland Sachsen spürt einen zunehmenden Fachkräftemangel, Nachwuchs zu gewinnen ist schwieriger geworden.

Bund fördert Forschungsprojekt mit drei Millionen Euro

Also wird in der Geschäftsführung überlegt, die Arbeit aufzuteilen. Arbeiten, die sich technologisch standardisieren lassen, könnten von Robotern ausgeführt werden, um die Beschäftigten zu entlasten. Sie hätten dann mehr Zeit, sich darauf zu konzentrieren, wie man die beliebten grünen Entspannungsinseln an die Auswirkungen der Klimakrise anpassen kann. Dazu gehören Arbeiten zur Verbesserung der Bodenqualität und die besondere Pflege der durch Hitze und Trockenheit geschwächten Bäume ebenso wie Neupflanzungen resilienter Arten.

Schlösserland Sachsen will zusammen mit dem Barkhausen Institut einen prototypischen Gartenroboter entwickeln. Der Gartenroboter ist Bestandteil des Modellprojekts „Klimawandel in historischen Gärten. Auswirkungen, Handlungsfelder, Maßnahmen“, welches der Bund mit insgesamt drei Millionen Euro fördert. In diesem Projekt soll auch laut Schäfer-Hock auch erst herausgefunden werden, welche konkreten Aufgaben der Gartenroboter übernehmen könnte. „ Wir werden verschiedene Möglichkeiten analysieren wie Bewässerung, Wegepflege, Hecken- oder Gehölzschnitt und den vielversprechendsten Ansatz hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und technologische Machbarkeit bis 2024 in einem Prototypen umsetzen“, betont der Sprecher.

Anmeldeschluss 1. Dezember

Eine große Rolle spielt auch gesellschaftliche Akzeptanz und Vertrauen in die neue Technologie. Deshalb hat sich Schlösserland Sachsen das Barkhausen Institut als Partner gesucht. „Es ist ein Innovationszentrum für Technologien rund um das Internet der Dinge (Iot) vor Ort und legt großen Wert auf die Kommunikation der Forschungsmethoden und –ergebnisse“, begründet Schäfer-Hock. Die Ingenieure und Ingenieurinnen vom Barkhausen Institut wollen sich mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern über Rolle und Bedarf dieser neuen Art Gartenroboter austauschen und sich auch kritisch mit deren Wünschen und Sorgen bezüglich digitaler Technologien auseinandersetzen.

Deshalb lädt das Barkhausen Institut zusammen mit dem Berlin Ethics Lab der TU Berlin für den 8. Dezember von 9 bis 13 Uhr zu einer Online-Bürgerdiskussion über das utopische und dystopische Potenzial von automatischen Gartenrobotern in öffentlichen Gärten in Sachsen ein. Die Ergebnisse der Bürgerdiskussion werden im Forschungsplan berücksichtigt.

Interessierte können sich bis zum 01.12.2021 unter [email protected] anmelden.

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