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Wirtschaft

Dresdner Großdruckerei schließt Ende 2022

Nach Angaben des Prinovis-Managements ist der Schritt unumgänglich. 470 Beschäftigte verlieren ihre Jobs.

Im Frühjahr hatte Prinovis bereits den Nürnberger Standort geschlossen, nun folgt auch Dresden.
Im Frühjahr hatte Prinovis bereits den Nürnberger Standort geschlossen, nun folgt auch Dresden. © Archivbild: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Dresden. Die zum Bertelsmann-Konzern gehörende Prinovis-Gruppe will ihre Dresdner Großdruckerei Ende 2022 schließen. Die Geschäftsführung informierte am Donnerstag den Betriebsrat sowie die 470 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie das Unternehmen mitteilte. Trotz intensiver Anstrengungen schreibe der Standort seit geraumer Zeit rote Zahlen, heißt es.

„Die Entscheidung, den Druckbetrieb in Dresden Ende kommenden Jahres zu schließen, ist uns sehr schwergefallen“, sagte Prinovis-Geschäftsführer Niklas Darijtschuk laut Mitteilung. Aufgrund der prognostizierten wirtschaftlichen Situation des Standorts sei sie jedoch unumgänglich.

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Am Dresdner Standort werden Kataloge und Zeitschriften in hoher Auflage gedruckt – die Nachfrage danach sei in den vergangenen Jahren aber überproportional gesunken, so Darijtschuk. Im Frühjahr hatte das Unternehmen bereits den Nürnberger Standort mit ursprünglich 600 Arbeitsplätzen geschlossen. Es verbleibt der Standort Ahrensburg in Schleswig-Holstein.

Die Schließung hat auch Auswirkungen auf die DDV Mediengruppe, die unter anderem die Sächsische Zeitung herausgibt. Am Standort nahe der Autobahn 4 werde Infrastruktur gemeinsam mit Prinovis genutzt, sagt Verlagschef Carsten Dietmann. Daher müssten viele Abläufe für die eigene Druckerei nebenan sowie für Media Logistik geprüft und neu geregelt werden. „Die geplante Schließung bedaure ich sehr, und es tut mir leid für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Dietmann.

Prinovis ist ein Druckdienstleister mit Produktionsstandorten in Ahrensburg, Dresden und im britischen Liverpool. Zur Bertelsmann-Sparte mit Sitz in Gütersloh gehören über 6.000 Mitarbeiter. (SZ/dpa)

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