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Finale beim Hochhaus-Abriss hinter Dresdner WTC

Trotz der Kälte setzen die Abbruchfirmen ihre Arbeit fort. Wann die Trümmer verschwinden und wie die Zukunft auf dem Grundstück aussieht.

Trotz der Kälte arbeiten die Abbruchbagger hinter dem WTC weiter. Noch diese Woche sollen von dem einstigen Zehngeschosser nur noch Trümmer zu sehen sein.
Trotz der Kälte arbeiten die Abbruchbagger hinter dem WTC weiter. Noch diese Woche sollen von dem einstigen Zehngeschosser nur noch Trümmer zu sehen sein. ©  Foto: Rene Meinig

Dresden. Direkt neben dem WTC bietet sich an der Ammonstraße ein ungewöhnlicher Anblick. Ragte vor einem Vierteljahr noch das zehngeschossige Hochhaus der Sächsischen Wohnungsgenossenschaft Dresden (SWGD) empor, so stehen derzeit nur noch die letzten Wände bis zur vierten Etage.

Die Giebelwand zur Rosenstraße ist schon ganz verschwunden, so dass Passanten das offene Treppenhaus sehen.

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Anfang Oktober vergangenen Jahres hatten die ersten Abbrucharbeiten begonnen. Die SWGD hatte damit eine Arbeitsgemeinschaft der beiden einheimischen Firmen Frauenrath und Hoch- und Tiefbau Dresden beauftragt.

Zuerst waren die Bauteile im Inneren entfernt worden. Ende November hatte die nächste Etappe beim Abbruch begonnen. Mit einem Kran wurden die Platten der oberen Geschosse bis zur fünften Etage ausgehoben. Der Abbruch des obersten Geschosses war allerdings deutlich aufwendiger als erwartet. So mussten eine sehr starke Stahlbetondecke und andere mit Stahl verstärkte Bauteile beseitigt werden.

Ende Januar hatte der Kran seine Arbeit geschafft, erklärt Sigrid Mickan, die Technische Leiterin der Genossenschaft. Das Hochhaus war bis zur fünften Etage abgebrochen. So konnte der Kran abtransportiert werden.

In der vergangenen Woche hatte die nächste Etappe begonnen. Mit zwei Abbruchbaggern wird jetzt das restliche Gebäude beseitigt. Trotz der eisigen Kälte ziehen die Bauleute durch und unterbrechen die Arbeiten nicht.

„Bis zum kommenden Freitag soll das Gebäude abgebrochen sein“, sagt die Technikchefin. Danach müssen die Bauleute bis Ende dieses Monats nur noch den Keller abbrechen und die Trümmer abtransportieren.

Die Wohnungsgenossenschaft hatte sich für den Abbruch des Hochhauses entschieden, da die Sanierung zu teuer geworden wäre.
Die Wohnungsgenossenschaft hatte sich für den Abbruch des Hochhauses entschieden, da die Sanierung zu teuer geworden wäre. ©  Foto: Rene Meinig

Ab April lässt die SWGD dort einen Neubau errichten. Die Baugenehmigung hatte die Stadt bereits im Oktober 2020 erteilt. Mit der Planung hat die SWGD die Dresdner Kilian Architekten beauftragt.

Vorgesehen ist ein achtstöckiger Neubau der niedriger als das alte Hochhaus wird. Damit passt er sich optisch an das Ensemble des WTC an.

Ursprünglich wollte die SWGD den Zehngeschosser an der Ammonstraße sanieren, der 1966 bezogen wurde. Doch der Zuschnitt der 40 großen Vierraum-Wohnungen sei mit vielen Durchgangszimmern und Bädern im Flur sehr ungünstig, erklärte Vorstand Torsten Munk.

Fünf Wohnungen standen schon seit Jahren leer. Zudem gilt seit Juni 2019 die sächsische Hochhaus-Baurichtlinie. Die schreibt unter anderem einen zweiten Rettungsweg und spezielle Rauchabzugsanlagen vor.

Wegen der neuen Richtlinie wäre die Sanierung mit rund sechs Millionen Euro sehr teuer gewesen. Kostet sie im Normalfall etwa 800 Euro je Quadratmeter, so wäre es dort mit rund 1.900 Euro mehr als das Doppelte. „Die Kosten für eine Sanierung wären zu hoch gewesen“, sagte der Vorstand. Deshalb habe sich die Genossenschaft für den Abbruch und einen Neubau entschieden.

so soll der achtgeschossige Neubau aussehen. Geplant ist, dass er Ende nächsten Jahres fertig wird.
so soll der achtgeschossige Neubau aussehen. Geplant ist, dass er Ende nächsten Jahres fertig wird. © Visualisierung: SWGD

Geplant sind 47 barrierearme Zwei- bis Vierraum-Wohnungen. Die 25 Zweiraum-Wohnungen werden zwischen 47 und 50 Quadratmeter groß, die 14 Dreiraum-Wohnungen zwischen 70 und 75 Quadratmeter und die acht Vierraum-Wohnungen 84 Quadratmeter groß.

Außerdem ist eine Tiefgarage mit 28 Stellplätzen und einem Autoaufzug vorgesehen. Ende 2022 soll der Neubau fertig werden. Mit der Vermietung soll voraussichtlich Anfang nächsten Jahres begonnen werden. Natürlich hätten auch die vorherigen Mieter die Möglichkeit, in den Neubau einzuziehen.

Die Kaltmieten werden zwischen neun und zehn Euro liegen. Das ist derzeit das größte Einzelprojekt der SWGD. Für Abriss und Neubau investiert sie rund neun Millionen Euro.

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