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Warum auf der Carolabrücke jetzt ein Zelt steht

Am Neustädter Brückenende bietet sich momentan ein außergewöhnlicher Anblick. Das ist der Grund.

Ein Zelt steht derzeit auf der Carolabrücke, damit auch im Winter Dichtungsarbeiten fortgeführt werden können. Bei der derzeitigen Kälte ist das jedoch trotz der schützenden Hülle nicht möglich.
Ein Zelt steht derzeit auf der Carolabrücke, damit auch im Winter Dichtungsarbeiten fortgeführt werden können. Bei der derzeitigen Kälte ist das jedoch trotz der schützenden Hülle nicht möglich. © Foto: Rene Meinig

Dresden. Bereits den zweiten Winter arbeiten die Bauleute der Firma Hentschke Bau auf der Carolabrücke. Seit November 2019 wird der elbaufwärts liegende Brückenzug saniert. Die Arbeiten sind weit fortgeschritten.

Anfang November war der neue Rad- und Gehweg auf diesem Brückenzug freigegeben worden. Zum Jahresende war die Begrenzung neben der Fahrbahn in Richtung des benachbarten Brückenzuges, die sogenannte Stahlbetonkappe, abgebrochen.

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Im Januar hatten die Bauleute noch die alte Abdichtung darunter beseitigt, teilt das Straßen- und Tiefbauamt mit.

Jetzt bietet sich am Neustädter Brückenende ein außergewöhnlicher Anblick. Dort steht ein riesiges Zelt. So können die Brückenbauer auch im Winter weiter arbeiten. Denn nur so ist es zumindest zeitweise möglich, die Dichtung unter der neuen Stahlbetonkappe aufzubringen.

Denn dafür muss es mindestens fünf Grad warm sein. Da es draußen kälter ist, sorgen zwei von Dieselaggregaten betriebene Heizlüfter für Wärme im Zelt.

Mitte Januar war das 80 Meter lange Zelt zuerst am Altstädter Brückenende aufgebaut worden, erklärt das Straßenbauamt. Dort hatten die Bauleute die neue Dichtung aufgebracht, die aus einer Epoxidharzschicht und zwei Bitumen-Schweißbahnen besteht.

Seit vergangener Woche steht das Zelt auf der Neustädter Seite. Bis zum Freitag konnte dort noch gearbeitet werden. Doch wegen des neuen Wintereinbruchs ist jetzt auch unterm Zelt Schluss.

Denn bei Temperaturen unter minus fünf Grad und starkem Schneefall wäre es zu gefährlich, weiter unter dem Zelt zu arbeiten. Jetzt müssen die Brückenbauer warten, bis es wieder etwas wärmer wird.

Unter solchen Zelten hatten Bauleute im Winter bereits beim Bau der Waldschlößchenbrücke und bei der Sanierung der Albertbrücke gearbeitet.

Ist der Neustädter Abschnitt geschafft, kommt zum Schluss noch das Mittelstück an die Reihe. Das Straßenbauamt hofft, dass die Dichtungsarbeiten so voran kommen, damit erste Teile der Kappe im März betoniert werden können.

Darauf werden neue Geländer montiert und Beleuchtungsmasten aufgestellt. Danach kommt die Straße an die Reihe. Zuerst wird die Fahrbahndichtung hergestellt, auf die die Straßenbauer zwei neue Asphaltschichten aufbringen. Das Ziel ist es, diesen Brückenzug bis Juni wieder für den Verkehr freizugeben.

Für Fußgänger bietet er schon jetzt deutlich bessere Bedingungen. Mit seinen 4,25 Metern ist der neue Fußweg deutlich breiter als zuvor.

Möglich wurde das, da erstmals beim Großbrückenbau leichterer Carbon- beziehungsweise Basaltbeton eingesetzt wurde. Vom neuen Geh- und Radweg aus sehen die Passanten, was jetzt auf dem benachbarten Straßenteil geschieht.

Die Sanierung der Carolabrücke ist dringend nötig. Schließlich gibt es an der 1971 fertiggestellten Spannbetonbrücke erhebliche Schäden. Geplant ist, 2022 den mittleren Brückenzug zu sanieren.

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Die Stadt hofft dafür auf Fördermittel. Da die 2019 vom Freistaat nicht bestätigt wurden, muss die Stadt die jetzige, 5,5 Millionen Euro teure Sanierung komplett selbst bezahlen. Noch unklar ist, wann der dritte, elbabwärts liegende Teil der Carolabrücke mit der Straßenbahntrasse saniert wird.

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