SZ + Dresden
Merken

Dresdner Zoo: Warum haben Flamingos Hausarrest?

Die Vögel können ihre moderne Voliere vorerst nur noch durch die Scheibe sehen. Die Vogelgrippe ist diesmal allerdings nicht der Grund.

Von Henry Berndt
 2 Min.
Teilen
Folgen
Zoobesucher erleben in diesen Tagen eine verwaiste Flamingo-Außenanlage.
Zoobesucher erleben in diesen Tagen eine verwaiste Flamingo-Außenanlage. © Christian Juppe

Dresden. Wer den Sonnenschein oder geschlossene Kindergärten in diesen Tagen für einen Bummel durch den Zoo nutzen möchte, der wird in der Voliere der Flamingos zunächst vergeblich nach den auffälligen Bewohnern suchen. Zwei Wochen lang werden die Vögel in ihrem Winterquartier ausharren müssen, wo sie für die Besucher nur schwer zu beobachten sind.

Mit der Vogelgrippe hat der Hausarrest diesmal allerdings nichts zu tun. Vor zwei Jahren hatte das Veterinäramt zuletzt eine allgemeine Stallpflicht angeordnet. Stattdessen haben sich nun an der erst im November 2020 eröffneten Anlage bereits erste Schäden gezeigt, die rasch beseitigt werden müssen. Dabei geht es nicht nur um Feinarbeiten. Die Bagger in der Voliere zeigen: Hier sind größere Eingriffe nötig.

Vorerst müssen die Dresdner Flamingos ohne ihre Brutinsel auskommen.
Vorerst müssen die Dresdner Flamingos ohne ihre Brutinsel auskommen. © Sven Ellger

Zwei Schächte mit Technik für die Eisfreihaltung seien undicht, sagt Kurator Matthias Hendel. Bisher bestanden die aus Kunststoff. Nun sollen haltbarere Betonschächte gesetzt werden.

"Diese Gelegenheit nutzen wir gleich für Ausbesserungsarbeiten an der Brutinsel", sagt Hendel. Auch hier sei man aus Erfahrung klüger geworden und nutze nun gröberen Kies als Grundlage, damit nicht so viel Wasser nach oben durchkomme. Darüber werde dann das bewährte Gemisch aus Erde und Sand verteilt, das die Flamingos für den Bau ihrer Brutkegel nutzen.

Die Brutsaison 2022 soll durch die Baumaßnahmen nicht in Gefahr sein, sagt Hendel. Zeitlich passe es sogar gerade ganz gut, weil die Flamingos bei den aktuellen Nachtfrösten ein bisschen Wärme gut vertragen könnten.

Die neue Flamingo-Voliere im Dresdner Zoo wurde erst im November 2020 eröffnet.
Die neue Flamingo-Voliere im Dresdner Zoo wurde erst im November 2020 eröffnet. © Christian Juppe

Der Umzug der Flamingos und damit der Bau einer neuen Anlage war nötig, um Platz für das neue Orang-Utan-Haus im Zoo zu schaffen. Die 1,6 Millionen Euro teure begehbare Flamingo-Voliere umfasst insgesamt rund 1.500 Quadratmeter und ist damit deutlich größere als die bisherige Anlage aus den 70er-Jahren.

Schon seit 1957 werden in Dresden Flamingos gehalten und gezüchtet. Derzeit leben im Zoo etwa 70 Kuba-Flamingos.

Wenn jeder Schacht wieder dicht und die Insel wieder instandgesetzt ist, plant der Zoo in diesem Jahr einen Flamingo-Aktionstag am 26. Juni. "So können wir bei kleinen Spiel- und Mitmachaktionen auf deren individuelle Besonderheiten oder auch auf deren Bedrohung im natürlichen Lebensraum hinweisen", heißt es.

Weiterhin geplant sind ein Löwen-Tag am 10. August, ein Orang-Utan-Tag am 19. August und ein Schneeleoparden-Tag am 23. Oktober.