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Dresdner Doktor mit Alkoholproblem

Innerhalb von nur 18 Stunden wurde ein Arzt zweimal betrunken am Steuer seines Autos erwischt. Ein trauriger Rekord.

Von Alexander Schneider

Für den ungeübten Trinker ist es eine Herausforderung, sich mit einer Blutalkohol-Konzentration in Dimensionen jenseits der 1,5 Promille halbwegs normal zu verhalten. Ein Dresdner Doktor hatte damit kein Problem. Der Arzt schaffte das innerhalb von nur 18 Stunden sogar zweimal und saß dabei jeweils am Steuer seines Mercedes. Beim zweiten Mal baute er zwar einen Unfall, aber im ärztlichen Untersuchungsbericht hieß es nur, der Mann „scheint leicht unter Alkohol zu stehen“. Das zeigt: Der Bruchpilot hat ein massives Alkoholproblem. Gestern musste sich der 59-Jährige am Amtsgericht Dresden wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und Fahrens ohne Führerschein verantworten.

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Zwei Stunden nach einem Tennisturnier im Januar ist der Arzt mit diesem gigantischen Wert in seinen Mercedes gestiegen und von Zschertnitz nach Strehlen gefahren. Sein Pech: Er geriet am Otto-Dix-Ring in eine Kontrolle. So viel zur Vorgeschichte. Laut Anklage saß der Mann jedoch am folgenden Mittag wieder am Steuer, obwohl sein Führerschein am Vorabend eingezogen wurde. Rums! In der schneebedeckten Wiener Straße krachte er in das Heck eines Audi A5. Wieder hatte der Arzt knapp zwei Promille Alkohol intus.

Vor Gericht sagte der 59-Jährige, er habe seinen Sieg im Tennis gefeiert. Das Turnier hätte um 16.30 Uhr geendet, gestoppt wurde er um 18.45 Uhr. Es blieb das Geheimnis des Arztes, wie er sich so schnell so volllaufen lassen konnte. Plausibel wäre, dass er beim Turnier schon betrunken war. Am nächsten Mittag die nächste Alkoholfahrt. „Ich musste ja zu meinem Anwalt fahren“, sagte er und nannte tatsächlich „Zeitdruck“ als Grund für die Fahrt, ehe er auch einräumte, es sei ein Fehler gewesen.

Für die erste Alkoholfahrt wurde er bereits im April zu 2.800 Euro Strafe verurteilt. Auf die Frage, warum die Strafe nicht bezahlt sei, sagte der Angeklagte, er habe gedacht, seine Rechtschutzversicherung übernehme die Geldstrafe, zum verdutzten Richter. Richter Jürgen Scheuring verurteilte den Doktor zu einer neuen Geldstrafe von 6.000 Euro – die gilt für beide Alkoholfahrten. Außerdem muss der Arzt ein Jahr auf seinen Führerschein verzichten.