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Dresdner empört über Geländerposse

Kaum ist der Haltepunkt Bischofsplatz fertig, schon muss wieder abgerissen werden. Dem Prüfer waren die Geländer auf einem Sockel zu gefährlich.

© Anja Schneider

Von Peter Hilbert und Patrice Fischer

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Für ungläubiges Kopfschütteln sorgt derzeit das neue Geländer am Haltepunkt Bischofsplatz. Der ist seit Sonntagnachmittag freigegeben. Rings um die Treppe zum Bahnsteig steht nicht nur das neue Metallgeländer, sondern ein weiteres, noch höheres aus dicken Bohlen. Das ist fest an den Stahlstreben verzurrt. Diese Notkonstruktion wurde schnell montiert, da das neue Geländer zu niedrig sein soll.

Die Geländerpossen von Dresden

„Schon wieder wird hier Geld sinnlos rausgeschleudert“, empört sich Carolin Neumann, die auf die S-Bahn wartet. Im Blick hat sie dabei auch die neuen Doppel-Geländer an der Albertbrücke. „Hier würde ich meine Kinder nicht herumtollen lassen“, sagt die 31-Jährige. Neben ihr wartet Rentner Hans Prützmann, der ungläubig auf die Geländer schaut. „Kaum fertig, schon Mängel. Da wird so viel Geld in den Sand gesetzt“, schimpft der 79-Jährige.

Ein mulmiges Gefühl hat auch Caroline Graf. Ihre Töchter fahren zwar von der Schule mit der Straßenbahn nach Hause. „Wenn sie jedoch bei einem Schulausflug den Zug nehmen müssten, hätte ich Angst um meine Mädchen“, sagt die 37-Jährige. „Der Sockel lädt doch regelrecht ein, darauf herumzuturnen.“

Wie konnte es so weit kommen? In der vergangenen Woche ist die Station Bischofsplatz von Experten abgenommen worden. „Im Zuge dieser Abnahmen wurde die Geländerhöhe bemängelt und die Auflage erteilt, das Geländer zu erhöhen“, erklärt eine Bahnsprecherin. Die Auflage habe die Deutsche Bahn nun zu erfüllen. So schnell wie möglich wird das alte Geländer abgerissen und ein höheres angebracht.

Laut der Richtlinie muss das Geländer eine Mindesthöhe von einem Meter haben. Das am Bischofsplatz ragt auf seinem Betonsockel mit 1,10 Metern sogar höher empor. Das Stahlgeländer misst aber nur 80 Zentimeter. Nach Auskunft eines Bauexperten, der oft solche Geländer plant, ist das an vielen deutschen Haltepunkten so gelöst. „Hier geht es um einen Grenzfall“, sagt die Bahnsprecherin. „Das Geländer wurde von der Bahnsteigoberfläche aus in der erforderlichen Höhe geplant und ausgeführt.“ Bei der Abnahme sei festgestellt worden, dass ein Risiko besteht. So könnten Kinder auf den Sockel steigen. „Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, das Geländer noch einmal umzubauen.“