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Dresdner Gastronomie-Nachwuchs bekommt Zeugnisse

Die jungen Fachleute sind in ihrer Branche sehr gefragt. Die meisten bekommen nach ihrer Ausbildung schnell einen Job.

Von Johannes Baumert

In Hemd und Bluse sitzen die Köche, Systemgastronomen und Restaurantfachleute in der Bergwirtschaft Wilder Mann, um ihre Zeugnisse entgegenzunehmen. Etwa 40 Absolventen sind am Dienstag zur Abschlussfeier ihrer Ausbildung gekommen.

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Insgesamt 419 Auszubildende aus sieben Lehrberufen der Gastronomie haben in diesem Jahr ihre Ausbildung in Dresden und Ostsachsen abgeschlossen. „Noch vor zehn Jahren waren es etwa 1 600“, sagt Torsten Köhler von der Dresdner Industrie- und Handelskammer. Es gebe zu viele alte Menschen die in Rente gehen und zu wenig junge Leute, die sich für einen Ausbildungsberuf entscheiden.

Davon können die jungen Fachleute profitieren. „Oft gibt es einen nahtlosen Übergang zwischen Ausbildung und Beruf. Viele werden direkt von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen“, sagt Köhler.

Auch Tom Pobbig musste sich keine neue Stelle suchen. Der 28-Jährige wollte zuerst Ingenieur werden, merkte aber während des Studiums, dass er lieber eine Ausbildung absolvieren möchte. Er brach sein Studium ab und arbeitete in der Küche eines Möbelhauses. Dort bekam er Spaß an der Arbeit. „Man muss mit Stress und vielen verschiedenen Menschen umgehen können, das ist das Spannende daran“, sagt Pobbig. Er entschied sich für die Ausbildung als Systemgastronom, eine Entscheidung, die er auch heute nicht bereut. „Die Ausbildung hat mir immer Spaß gemacht. Gerade als Systemgastronom kann man schnell innerhalb eines Betriebes wechseln. Das ist auch für mich eine gute Möglichkeit herumzukommen“, sagt Pobbig. Nie habe er während seiner Ausbildung mit dem Gedanken gespielt abzubrechen.

Anders hingegen Nicole Stockhausen, zu Beginn wollte sie ihre Ausbildung zur Köchin vorzeitig beenden. Jetzt hält die 19-Jährige aber doch ihr Abschlusszeugnis in den Händen und ist froh, dass sie dabei geblieben ist. Auch die ungewöhnlichen Arbeitszeiten in der Gastronomie waren für sie kein Hindernis. „Das Gute an einer Ausbildung ist, dass man nicht nur theoretisch etwas lernt, sondern im Betrieb praktisch ausgebildet wird“, sagt sie. Seit diesem Jahr hat die junge Köchin auch noch einen Ausbilderschein in der Tasche. Sie darf also in Zukunft auch selbst Azubis ausbilden.