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Dresdner kommen ins Gefängnis

Die Justizvollzugsanstalt am Hammerweg öffnet am Sonnabend zum Tag der offenen Albertstadt.

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Einen ungewöhnlichen Einblick gewährt das Gefängnis am Hammerweg am Sonnabend ab 10 Uhr. Die Besucher dürfen Räume betreten, zu denen Gäste normalerweise keinen Zugang haben. „Gefängnisse waren jahrelang Tabuthemen. Wir wollen zeigen, was innerhalb der Gefängnismauern tatsächlich passiert und das Klischee Gefängnis bereinigen“, erklärt Hans-Peter Mutscher, der die Aktion organisierte.

Die Justizvollzugsanstalt (JVA) beteiligt sich mit ihrem Besuchertag am Tag der offenen Albertstadt. Bei dem Rundgang durchs Gefängnis werden den Besuchern die Werkstätten der Inhaftierten gezeigt. „Die Gefangenen arbeiten hier in verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel in der Kfz-Werkstatt, der Polsterei oder der Schlosserei“, erklärt Mutscher. Zum Tag der offenen Tür können sich die Besucher auch die Produkte der Arbeit anschauen. Zudem sind Transportfahrzeuge im Gefängnishof aufgestellt.

Ehrenamtliche Helfer und Gefängnismitarbeiter stehen während des Rundgangs für die Fragen der Interessierten bereit. Da der direkte Kontakt zu den Gefangenen nicht möglich ist, hat die JVA eine Einzelzelle aus Holz nachgebaut. So können sich die Besucher eine Vorstellung von dem elf Quadratmeter großen Raum machen. Wer an der JVA-Tour teilnehmen will, muss mindestens 16 Jahre alt sein.

Die Anstalt rechnet wieder mit großem Besucherandrang. Im vergangenen Jahr kamen rund 1000Neugierige. „Viele wollen sich die Anstalt einfach von innen ansehen. Es kommen allerdings auch Angehörige von Gefangenen, da diese sonst ja nur den Besucherbereich zu sehen bekommen“, sagt Mutscher.

Neben dem Gefängnis öffnen zum Tag der offenen Albertstadt viele Ämter, Behörden und Einrichtungen rund um die Stauffenbergallee. Der MDR bietet zum Beispiel einen Einblick in die Produktion von TV-Sendungen. Interessierte können zudem die Bereitschaftspolizei, das Hauptzollamt oder das Amtsgericht besuchen, den Turm der St. Martin-Kirche besteigen oder einen Blick hinter die Kulissen des Technischen Hilfswerks werfen. An vielen Stellen gibt es Kinderangebote. Miriam Steimer