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Dresdner mit ihrem Einkommen zufrieden

Zwar steigen die Mieten, das Einkommen aber auch. Eine Gruppe bleibt dennoch am stärksten von Armut bedroht. 

Die Brutto-Einkommen sind auch in Dresden gestiegen © dpa

Die Schere zwischen Arm und Reich ist eingerostet: Der Anteil armer und wohlhabender Haushalte in Dresden veränderte sich letztes Jahr kaum. So zählten 15 Prozent als arm und 16 Prozent als reich, wie aus der neuen Kommunalen Bürgerumfrage hervorgeht. Das durchschnittliche, nach Haushaltsgröße und Haushaltszusammensetzung gewichtete Nettoeinkommen lag bei 1.700 Euro pro Person, das waren 100 Euro mehr als bei der letzten Umfrage im Jahr 2016. Von den Dresdnern wird das gut aufgenommen. Denn elf Prozent, so viele wie noch nie bei einer Bürgerumfrage, schätzen ihre wirtschaftliche Lage als sehr gut ein, weitere 54 Prozent als gut. Lediglich sieben Prozent meinen, ihnen gehe es finanziell schlecht – auch das ist ein Tiefststand. „Den Dresdnern geht es wirtschaftlich besser denn je“, lautet das Fazit der Statistiker.

In einer ersten Auswertung hat die Stadtverwaltung zwar noch keinen Vergleich zwischen den Stadtteilen angestellt. Allerdings haben die Statistiker genauer hingeschaut, welche sozialen Gruppen besonders von Armut bedroht sind. Demnach trifft es vor allem Rentner, die allein leben, also keinen Partner haben. Fast ein Viertel von ihnen bekommt so wenig Geld, dass das Einkommen unter 60 Prozent des Mittelwertes in Dresden liegt. So wird Armut von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beschrieben. In den letzten beiden Jahren ist die Armutsgefahr bei Single-Rentnern noch einmal besonders deutlich angestiegen. Bei zusammenlebenden Paaren konnte solch eine Tendenz nicht beobachtet werden. Kaum eine Rolle beim Armutsrisiko spielt auch, ob Paare Kinder haben oder nicht.

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Ein erheblicher Teil des Einkommens, nämlich durchschnittlich 28 Prozent, fließt in die Miete. Das ist ein leichter Anstieg um einen Prozentpunkt im Vergleich zu 2016. Stärker belastet sind Single-Haushalte, weniger Haushalte mit vier Personen. Preislich ausgedrückt: Im Schnitt zahlen die Dresdner monatlich 571 Euro fürs Wohnen – Heiz- und Warmwasserkosten inklusive. Die Grundmiete ist innerhalb von zwei Jahren von knapp sechs Euro auf 6,43 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Das schlägt sich allerdings kaum auf die Einschätzung der eigenen, wirtschaftlichen Lage nieder, da Einkommen und Mieten parallel ansteigen würden, so die Statistiker weiter.

Für die Kommunale Bürgerumfrage waren im vergangenen Frühjahr 13.000 Dresdner zufällig ausgewählt worden. Etwa 4.000 meldeten sich mit ihren Antworten zurück. Bereits im Oktober waren erste Ergebnisse vorgestellt worden. Damals ging es um Dinge, welche die Dresdner an ihrer Stadt schätzen. Auf Platz eins landeten die kulturellen Angebote. Das größte Problem sahen die Teilnehmer in den steigenden Mieten.


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