Merken

Dresdner Polizei zerschlägt Hooligan-Bande

Neun Männer sitzen seit gestern in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Teilen
Folgen

Von Karin Schlottmann

Dresden. Mit einem Großeinsatz ist die Polizei in Sachsen gestern gegen eine kriminelle Vereinigung vorgegangen, die sich „Hooligans Elbflorenz“ nennt. Die militärisch straff organisierte Bande ist nach Angaben von Polizeipräsident Dieter Hanitsch durch schwere Körperverletzungen, Nötigungen und Erpressungen aufgefallen. Sie hätte Angst und Schrecken verbreiten wollen, sagte er.

Rund 350 Beamte durchsuchten in Dresden, Pirna, Freital und weiteren Orten 58 Wohnungen, Geschäftsräume und eine Sporthalle. Sie nahmen zwölf Tatverdächtige fest, neun sitzen seit gestern Abend in Untersuchungshaft. Die Sonderkommission „Halbfinale“ ermittelt insgesamt gegen rund 50 Tatverdächtige. Ausgangspunkt der Ermittlungen gegen die Schlägerbande war der Überfall auf türkische Geschäfte in Dresden im Sommer 2008. Mithilfe verdeckter Ermittler habe die Soko die Strukturen der kriminellen Vereinigung aufdecken können, sagte Kripo-Chef Thomas Uslaub.

Weiteren Aufschluss versprechen sich die Ermittler durch die Auswertung der sichergestellten Computer, Handys, Foto- und Videoaufzeichnungen. Nähere Angaben zu den Rädelsführern machten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern aus ermittlungstaktischen Gründen nicht. Es seien alle sozialen Schichten vertreten, hieß es. Neben eher unpolitischen, aber gewaltbereiten Jugendlichen gehörten auch Rechtsextremisten dazu.

Motiv der Bande seien gezielt organisierte Schlägereien bei Sport- und Großveranstaltungen. Es seien darüber hinaus mafiöse Verhaltensweisen erkennbar, sagte Oberstaatsanwalt Christian Avenarius. Sicherheitsdienste hätten mithilfe des Schlägertrupps gezielt versucht, Konkurrenzfirmen aus dem Geschäft zu drängen.