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Dresdner Robotron-Gelände wird zum Wohnviertel

Nach einer Wartefrist ist der Verkauf des Grundstücks besiegelt. Der Investor will 1 500 Wohnungen bauen.

© Aengevelt

Von Tobias Winzer

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Das Robotron-Gelände an der St. Petersburger Straße hat nun auch offiziell einen neuen Eigentümer. Die Immokles AG, ein Tochterunternehmen der Kasseler Immovation-Unternehmensgruppe, kauft das fast 100 000 Quadratmeter große Grundstück aus der Insolvenzmasse des Unternehmers Werner Moll. Dieser hatte die Immobilie 1992 von der Treuhand erworben, sich damit aber übernommen.

Am Freitagabend endete die Frist für das dreiwöchige Rücktrittsrecht zum Kaufvertrag. Zum Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Geschäft war bereits Ende November bekannt geworden.

Der Immovation AG, die 80 Mitarbeiter beschäftigt und derzeit unter anderem in der Nähe von Stuttgart ein brachliegendes Industriegelände des Schuhherstellers Salamander saniert, gehört nun das Bürohaus südlich der Skateranlage sowie zwei kleinere Gebäude nebenan. In einem davon betreibt das Unternehmen Teppichfreund eine Filiale. Auf der anderen Seite der Skateranlage gehört das große Bürohaus, in dem sich derzeit unter anderem das Hotel City Herberge befindet, zum erworbenen Immobilienpaket.

Außen vor ist das Bürohaus an der Ecke St. Petersburger/Grunaer Straße. Das Haus, in dem einzelne städtische Ämter ihren Sitz haben, befindet sich weiterhin im Besitz der Treuhand-Gesellschaft TLG.

Den Plänen nach sollen die alten Robotron-Gebäude nun abgerissen und durch Wohnhäuser ersetzt werden. „Insgesamt kann hier Wohnraum für 3 500 Menschen entstehen“, sagt Ulrich Müller, Chef der Dresdner Filiale des Immobilienunternehmens Aengevelt. Er hat das Geschäft im Auftrag des Verkäufers eingefädelt.

Die Neunutzung des Robotron-Areals sei eines der wichtigsten städtebaulichen Projekte in Dresden, so Müller. Er rechnet damit, dass nördlich der Lingnerallee – anstelle der City Herberge – rund tausend Wohnungen entstehen könnten und südlich der Lingnerallee noch einmal rund 500 Wohnungen. In den Erdgeschossen seien kleine Läden, wie Bäcker und Supermärkte, geplant. Arbeitstitel des neuen Wohnquartiers ist „Lingner Altstadtgarten Dresden.“ Der Investor selbst will sich zu konkreten Planungen noch nicht äußern. „Zu Beginn des kommenden Jahres sind zunächst Gespräche mit der Stadt geplant“, sagt Immovation-Sprecher Michael Sobeck. Danach könnten weitere Details bekannt gegeben werden.

Nach einem Stadtratsentscheid Ende November erstellt die Verwaltung derzeit einen Bebauungsplan für das gesamte Areal zwischen St. Petersburger Straße und Lennéstraße. Dies dauert einige Monate. Auf dieser Grundlage könnten anschließend die ersten Baugenehmigungen erteilt werden. Realistisch ist, dass die Immovation frühestens 2016 mit dem Abriss der ersten Häuser im Robotron-Gelände beginnt. Als Erstes könnte dann das Bürohaus südlich der Lingnerallee fallen, weil es schon jetzt leer steht.