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Dresdner Straße wird zur Partymeile

Am 31. Januar steigt die 15. Karnevalsparade in Freital. Die Feier geht in diesem Jahr erstmals in die Verlängerung.

Von Tobias Winzer

Der Kalender setzt die Karnevalisten in Freital und Umgebung unter Druck. „Die Narrenzeit beginnt in diesem Jahr recht zeitig“, sagt der Präsident der Karnevalsvereine, Siegfried Wünschmann. Das wiederum liegt am zeitigen Ostern und dem entsprechend zeitigen Rosenmontag. Der Höhepunkt der Karnevalssaison findet immer 48 Tage vor Ostern statt – in diesem Jahr am 8. Februar. Eine Woche davor, am 31. Januar, steigt mit der 15. Karnevalsparade in Freital eine der größten Faschingsveranstaltungen in der Region. Sie wird alle zwei Jahre organisiert.

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Trotz des Zeitdrucks ist sich Wünsch-mann sicher, dass die 15 teilnehmenden Vereine bis dahin alle Wagen, Kostüme und Figuren fertig haben. Die Sächsische Zeitung zeigt, was geplant ist.

Die Parade: Gute Stimmungauf 1,5 Kilometern

Wünschmann schätzt, dass am 31. Januar etwa 800 Karnevalisten über die Dresdner Straße ziehen. Los geht es 14 Uhr auf dem Goetheplatz. Der letzte Wagen wird voraussichtlich gegen 16 Uhr das Ziel am Kulturhaus erreichen. „Ich schätze, dass der Zug etwa anderthalb Kilometer lang sein wird“, so Wünschmann. Insgesamt 15 Vereine aus Freital, Wilsdruff und Umgebung machen mit. „Jeder Verein hat sein eigenes Thema“, erklärt der 67-Jährige, der in diesem Jahr erstmals die Organisation der Parade übernommen hat. Peter Made hatte sich nach dem letzten Umzug vor zwei Jahren aus Altersgründen zurückgezogen.

Mit welchen Themen sich die Vereine beschäftigen, will Wünschmann noch nicht verraten. Es können aber durchaus auch politische Themen behandelt werden. Je nach Motto staffieren die Vereine ihre Wagen aus und wählen entsprechende Verkleidungen. Für die Zuschauer an der Strecke – gerechnet wird mit mindestens 10 000 Gästen – gibt es jede Menge Süßigkeiten. Für Musik sorgen der Freitaler Spielmannszug, eine traditionelle Guggenband aus Baden-Württemberg, die Wilsdruffer Blaskapelle und die Poisentaler Blasmusikanten.

Die Party: Nach der Paradegeht es im Kulturhaus weiter

Neu im Programm ist dieses Jahr eine sogenannte „After-Parade-Party“, also die Party nach der Parade – im Kulturhaus. „Die Stadt hat sich das schon lange gewünscht“, so Wünschmann. Auf Initiative von Bürgermeister Mirko Kretschmer-Schöppan (Freie Wähler) und dem Kulturhaus gibt es dort von 16 bis 18 Uhr eine Kinderveranstaltung. Auf der Bühne stehen dann Meister Klecks und Spaßimir. Der Eintritt ist frei.

Die Verpflegung: Buden anfünf verschiedenen Standorten

Wer während der Parade Hunger und Durst hat, kann sich an sogenannten Gastro-Inseln mit Bratwurst, Bockwurst und Co. verpflegen. Die Stände befinden sich am Start am Goetheplatz, am Rathaus Deuben, an der Ecke Leßkestraße und am Kulturhaus. Am ehemaligen Capitol-Kino veranstaltet der Präsidentenrat zwischen 13 und 21 Uhr eine Straßenfaschingsparty. Öffentliche Toiletten werden an der Ecke Leßkestraße und am Capitol aufgebaut.

Die Sperrungen: Dresdner Straße und Goetheplatz voll gesperrt

Ab 12.30 Uhr ist der Bereich um den Goetheplatz und Gabelsberger Straße voll gesperrt. Die Dresdner Straße ist dann während des Umzugs von 14 bis 16 Uhr dicht. Betroffen ist der Bereich zwischen Güterstraße und Wilsdruffer Straße einschließlich der Lutherstraße bis Einmündung Carl-Thieme-Straße. Der Verkehr wird in dieser Zeit in beiden Fahrtrichtungen über die Wilsdruffer Straße, Carl-Thieme-Straße, Hüttenstraße, Bahnhofstraße, Poststraße und Güterstraße umgeleitet. Von und nach Possendorf müssen Autofahrer über die Krönertstraße, Mühlenstraße und Körnerstraße fahren. Änderungen bei den Buslinien stehen in den Aushängen an den Haltestellen.

Die Geschichte: Aus Hühnerfasching wird eine Parade

Anlass der ersten Parade 1987 waren die Feierlichkeiten zu 30 Jahre Hühnerfasching der Rassegeflügel- und Taubenzüchter im damaligen Saal der HO Gaststätte Goldener Löwe. Das nahmen die Elferräte und die damalige Kreisarbeitsgemeinschaft Karneval Freital zum Anlass, eine Parade auf die Straße zu bringen. Trotz schlechten Wetters säumten damals 15 000 Menschen die Straße. Die unerwartet große Resonanz bewegte die Organisatoren, die Parade künftig jährlich, wegen des großen Aufwands ab 1989 aber nur noch zweijährlich zu veranstalten. Bis heute hat die Tradition gehalten, allerdings in immer wieder neuen Schauwagen, Requisiten und Kostümen präsentiert. Für die Vereine, die sich mit viel Klamauk präsentieren und allerhand Originelles für die Gestaltung ihrer Wagen haben einfallen lassen, ist der Aufwand enorm, alles ehrenamtlich.