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Dresdner Verlag verklagt

Das im September erschienene Buch „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ beschert dem Verlag Voland & Quist Ärger mit einem Branchenriesen.

© Robert Gommlich

Von Cornelius de Haas

Dresden. Bereits im September 2013 erschien im Dresdner Verlag Voland & Quist das Buch „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“. Die satirischen Kurzgeschichten stammen aus der Feder des gebürtigen Geraers Julis Fischer, der hierzulande vor allem als eine Hälfte des Comedy-Duos „The Fuck Hornisschen Orchestra“ bekannt ist.

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Autor und Musikkabarettist Julius Fischer.
Autor und Musikkabarettist Julius Fischer. © Oz Ordu
Stein des Anstoßes: Das Buch „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ von Julius Fischer.
Stein des Anstoßes: Das Buch „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ von Julius Fischer. © Voland & Quist

Mit der ironischen Verfremdung der erfolgreichen Wanderhuren-Reihe schafften es Autor und Verlag auf die Longlist für den Preis „Ungewöhnlichster Buchtitel des Jahres“, der am 13. März auf der Leipziger Buchmesse verliehen werden soll.

Auf diesen kleinen Erfolg folgte eine große Welle, denn offenbar wurde dadurch der Münchner Verlag Droemer Knaur, in dem die Historienromane der „Wanderhure“ erscheinen, auf das Buch aufmerksam. Drei Tage, nachdem Voland & Quist seine Anhänger auf Facebook dazu aufrief, bei Absttimmung für den ungewöhnlichsten Buchtitel für ihr Produkt zu voten, landete am 10. Februar ein Antrag auf einstweilige Verfügung auf dem Tisch des Dresdner Verlags.

Darin fordert Droemer Knaur, den weiteren Vertrieb der „schönsten Wanderwege der Wanderhure“ zu untersagen und für jeden Fall der Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 250.000 Euro festzusetzen.

Titel wurde vor Veröffentlichung geprüft

Gegenüber sz-online.de sagte Leif Greinus, der den Verlag zusammen mit Sebastian Wolter im Oktober 2004 gründete, man sei sich der Problematik des Namens bereits im Vorfeld bewusst gewesen. Deswegen habe man „den Buchtitel natürlich vor Veröffentlichung prüfen lassen“. Verantwortlich dafür war das Berliner Büro „Thomas Rechtsanwälte“, die unter anderem die „Titanic“ im Streit um den Papsttitel erfolgreich vertraten und nun für Voland & Quist am 13. März vor dem Landgericht in Düsseldorf streiten.

Aus diesem Grund sehen die beiden dem ersten Rechtsstreit der Verlagsgeschichte relativ entspannt entgegen. Auf ihrer Internetseite erklären sie: „Wir freuen uns auf das Verfahren vor dem LG Düsseldorf und gehen davon aus, dass der Verlag Droemer Knaur mit seinem Untersagungsantrag keinen Erfolg haben wird.“ Man gehe davon aus, dass die offensichtliche ironische Verfremdung des Titels durch die Kunstfreiheit gedeckt sei.

In der Erklärung heißt es weiter: „Hart trifft uns der Vorwurf des Verlags Droemer Knaur, unser Autor Julius Fischer würde sich mit dem von ihm gewählten Buchtitel „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ „in höchstem Maße respektloser und ignoranter“ Weise über das „traurige Schicksal der Wanderhuren im Mittelalter“ lustig machen. Diesen Vorwurf weisen wir in aller Schärfe zurück.“

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Zumindest dürfte sich die aus dem Streit resultierende Öffentlichkeit nicht negativ für den Verlag auswirken. Auch gut für „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“, die es inzwischen auf die Shortlist für den Preis „Ungewöhnlichster Buchtitel des Jahres“ geschafft haben. (szo)

Am Donnerstag, 27. Februar 20 Uhr, liest Julius Fischer in der Scheuen aus seine Buch „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“. Karten an der Abendkasse für 10 Euro, ermäßigt für 8 Euro.