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Dresdner werden zum Narrenhäusel befragt

Die Gesellschaft historischer Neumarkt informiert in der nächsten Woche über das Projekt in der Altmarktgalerie.

© Arte4D, Andreas Hummel/GHND

Von Bettina Klemm

Ein langgehegter Traum soll wahr und das Narrenhäusel an der Augustusbrücke wieder errichtet werden. Das schlägt die Gesellschaft historischer Neumarkt Dresden vor. Für eine Petition an den Stadtrat benötigt die Gesellschaft 4 200 Unterschriften. „Wir werden in der nächsten Woche von 10 bis 21 Uhr in der Altmarktgalerie informieren und um Unterstützung bitten“, sagt Vorstand Torsten Kulke.

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Trotz Warnungen des damaligen städtischen Denkmalpflegers Richard Konwiarz wurde 1950 die Ruine des markanten Gebäudes gegenüber vom Blockhaus abgerissen. Es wäre leicht gewesen, das Haus wieder aufzubauen. 65 Jahre später will dies nun der Dresdner Bauunternehmer Frank Wießner tun. Er ist seit Jahren Mitglied der Neumarkt-Gesellschaft. Die Max Wiessner GmbH hat in den vergangenen 20 Jahren Wohnungen für rund 100 Millionen Euro in Dresden gebaut. 2,5 bis drei Millionen Euro seien für das Narrenhäusel erforderlich, rechnet Wießner. Er wolle dies privat finanzieren. „Aber die Stadt Dresden soll das Haus nach 60 Jahren kostenlos bekommen. Das wird in den Verträgen festgehalten“, sagt er und hat mit dem Architekten Martin Trux bereits Pläne erarbeitet.

Die Immobilie hat insgesamt nur etwa 400 Quadratmeter Nutzfläche. Im Erdgeschoss soll ein Restaurant entstehen. Das erste Obergeschoss könnte für Büros oder zum Wohnen genutzt werden. Wohnungen sind auch im zweiten und im Dachgeschoss vorgesehen. Der Ausblick aus den runden Fenstern am Dach könnte dem jeweiligen Dresdner Stadtschreiber vorbehalten bleiben, schlägt Wießner vor. Ihm sei klar, dass die Stadt das Grundstück ausschreiben muss. Wenn sich dabei ein anderer Investor finde, sei dies zwar für ihn schade, aber auch eine Möglichkeit.

Das Narrenhäusel ließ einst der Hofnarr von August III., Joseph Fröhlich, errichten. Dieser war eigentlich ein Hofmühlenkommissar aus Bayreuth, weiß Matthias Schanzenbach zu berichten. Seit Jahren schlüpft er in die Rolle des Hofnarrens. Der echte Fröhlich hatte den Dresdner Hof beispielsweise mit dem Spielen von Nasenflöte und Maultrommel unterhalten.

Einmal in der Woche wolle künftig Schanzenbach Touristen im Narrenhäusel beibringen, wie man diese Instrumente spielen kann. Das koste nicht viel, gehe schnell und man müsse nicht mal Noten kennen, erklärt er. Schanzenbach könne sich auch vorstellen, seine wertvolle Bibliothek mit etwa Tausend historischen Büchern in dem Narrenhäusel öffentlich zugänglich zu machen.