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Dresdnerin erhält Bronze für Lebenswerk

Die Kosmetikerin Elke Städtler-Steinig zeigt, wie die Liebe zum Beruf stärker sein kann als eine Krankheit.

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Elke Städtler-Steinig kann nach einer schweren Krankheit nicht mehr mit Kunden arbeiten.
Elke Städtler-Steinig kann nach einer schweren Krankheit nicht mehr mit Kunden arbeiten. © Sven Ellger

Von Isabell Köhler

Gesicht eincremen, Füße massieren, Nagellack auftragen – Kosmetiker verwöhnen ihre Kunden von Kopf bis Fuß. Auch am 30. März stand in Düsseldorf alles im Zeichen der Schönheit. Da fand zum sechsten Mal die Verleihung des deutschen Kosmetikpreises Gloria statt. Elke Städter-Steinig war die einzige Nominierte aus dem Osten Deutschlands. Am Ende stand die pure Freude, denn sie konnte sich in der Kategorie Lebenswerk als Drittplatzierte auf der Bühne feiern lassen. Die 55-Jährige führt ein Kosmetikstudio in Niedersedlitz und wurde von ihren Mitarbeitern für die Gloria vorgeschlagen. Daraufhin reichte sie im letzten September ihre Bewerbung ein.

Darin befindet sich die besondere Lebensgeschichte einer positiv denkenden Kämpferin mit einer großen Leidenschaft zum Kosmetikerberuf. Die Dresdnerin wollte schon immer Kosmetikerin werden. Zu DDR-Zeiten hatte sie viel Glück, einen Ausbildungsplatz in Pirna zu bekommen. 1989 konnte sie schließlich das Meisterstudium beginnen. In den nächsten zehn Jahren kümmerte sie sich um ihre vier Kinder, bevor sie sich 1999 selbstständig machte. 

Doch 2013 wurde die Kosmetikerin krank und konnte von da an nicht mehr mit Kunden arbeiten. Trotz allem gab sie nicht auf und konzentrierte sich nun stärker auf die Ausbildung von Lehrlingen in ihrem Studio. „Insgesamt habe ich schon mehr als 30 Kosmetikerinnen ausgebildet“, sagt Städtler-Steinig. Da sie weiß, wie schwer es ist, einen Ausbildungsplatz zu finden, arbeitet sie schon viele Jahre mit der Handwerkskammer zusammen. Durch ihren Einsatz gibt es seit einigen Jahren eine duale Ausbildung zum Kosmetiker an der Privaten Schule IBB. Hier sitzt sie auch als Dozentin im Prüfungsausschuss. „Ich wünsche mir, dass unser Beruf wieder wertgeschätzt wird“, sagt die 55-Jährige. Als Highlight fährt sie mit ihrer Berufsklasse jedes Jahr auf die Kosmetikmesse nach Düsseldorf und in ein Oberlausitzer Wellnesshotel. Für ihre 350 Stammkunden ist sie weiterhin da. Sie werden jedes Jahr über neue Produkte informiert und zu ihren Festen eingeladen. In diesem Jahr wird zusätzlich das 20-jährige Geschäftsjubiläum gefeiert.

Auf der Gloria wurde sie von ihrem Mann sowie ihren vier Mitarbeitern begleitet. „Wir waren extrem aufgeregt“, erzählt die Dresdnerin. Alleine die Nominierung war für sie eine Ehre, denn in Deutschland gibt es etwa 55.000 Kosmetikstudios. Der dritte Platz übertraf auch für ihren Mann und die Kinder jegliche Erwartungen.