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Drewag muss jetzt viel heizen

Die Kraftwerke laufen auf Hochtouren bei der eisigen Kälte. Die Dresdner sollten besonders in den Kellern aufpassen.

© dpa

Von Peter Hilbert

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Bernd Lehmanns freut sich über die Kälte. Da könne das Dresdner Fernwärmenetz zeigen, wie gut es funktioniere. Für das ist er als Drewag-Abteilungsleiter zuständig. Bisher war der Winter so warm wie seit Jahren nicht mehr. Vor der jetzigen Kältewelle erreichten die sechs Heizkraftwerke ihre bisherige Höchstleistung am 6. Februar mit 583 Megawatt (MW). Da waren es minus sieben Grad. Doch jetzt ist es viel frostiger. Am Montagmorgen wurde bei minus elf Grad eine Leistung von 637 MW erreicht und einen Tag später sogar 691 MW. Die Temperatur sank bis zum Dienstagmorgen, 7 Uhr, auf knapp minus 14 Grad. Etwa zu dieser Zeit wird immer die meiste Fernwärme benötigt, sodass die Spitzenleistung erreicht wird.

„Wir haben unsere Anlagen gut im Griff. Es ist nichts eingefroren“, sagt Lehmann. Schäden habe es auch noch nicht gegeben. Die Kraftwerke haben eine ausreichende Kapazität von 812 MW. Weit über die Hälfte davon kann mit 480 MW in den Anlagen an der Nossener Brücke erzeugt werden. Bis minus 15 Grad könnten die 120 000 Dresdner Wohnungen und 5 700 angeschlossene Geschäftsgebäude problemlos beheizt werden. „Wenn es keine Havarie gibt, können wir auch bis minus 20 Grad eine gute Versorgung sichern“, so der Fernwärmechef.

40 Spezialisten haben derzeit viel damit zu tun, die Anlagen zu kontrollieren. So müssen sie beispielsweise nachschauen, ob auch alle Jalousien der Belüftungsschächte der Fernwärmekanäle geschlossen sind. Sonst könnte es dort frostig werden. „Um alle Kollegen einsetzen zu können, verzichten wir derzeit auch auf den Wechsel von Fernwärmezählern.“ Die werden sonst das gesamte Jahr über getauscht.

Lehmann rät den Dresdnern, besonders ein Auge auf ihre Keller zu haben. „Bei solchen strengen Frösten ist es wichtig, die Fenster zu schließen“, sagt er. Schließlich sind die kältesten Luftschichten direkt am Boden und würden durchs geöffnete Fenster in den Keller kommen. Wäre dann noch die Fernwärmeleitung abgestellt, könnte sie frieren und platzen.

Für die Drewag zahlen sich besonders an solchen kalten Tagen die Investitionen ins Fernwärmenetz aus. Weit über die Hälfte der Leitungen sind neu und mit dickem Kunststoff isoliert. Im vergangenen Jahr habe es im Dresdner Fernwärmenetz nur 171 Störungen gegeben, meist kleinere. Anfang der 1990er-Jahre gab es dreimal so viele.