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Driftet die AfD weiter nach rechts ab?

Zu Beginn des großen Mitgliederparteitags ist der Richtungsstreit voll entbrannt.

© dpa

Bremen. Vor Beginn des Bundesparteitages ist der Richtungsstreit zwischen rechtsnationalen und bürgerlich-liberalen Mitgliedern in der AfD voll entbrannt. Umstritten ist auch, wie sich die Alternative für Deutschland zur Pegida-Bewegung positionieren soll. Parteichef Bernd Lucke fremdelt mit der Dresdner Bewegung, die sich inzwischen gespalten hat. Einige Ost-Verbände bemühen sich hingegen, den nicht-rechtsradikalen Teil der Bewegung für die AfD zu gewinnen.

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Der stellvertretende Parteivorsitzende Hans-Olaf Henkel warf dem Brandenburger Fraktionschef Alexander Gauland vor, er versuche, die AfD durch islamfeindliche Stellungnahmen weiter rechts zu positionieren. Forderungen, wie die nach einem totalen Stopp der Einwanderung aus dem Nahen Osten, „mögen in Brandenburg ankommen, stören aber immer wieder unseren Wahlkampf in Hamburg“, so Henkel. Die AfD-Vizevorsitzende Frauke Petry kündigte an, sie wolle weiter den Dialog mit Pegida-Anhängern suchen.

Zu dem AfD-Parteitag, der am Abend beginnen sollte, wurden mehr als 2 000 Mitglieder in Bremen erwartet. Sie sollen eine neue Satzung verabschieden. Die Parteispitze geht davon aus, dass sich die Mehrheit einem Kompromiss anschließen wird, den Lucke und die anderen Mitglieder des Bundesvorstandes gefunden hatten. Dieser sieht vor, dass die Partei ab April statt drei nur noch zwei Vorsitzende hat, ab Dezember dann nur noch einen.

Streit dürfte es vor allem über das Thema Zuwanderung geben. Denn Henkel ist nicht das einzige Mitglied des Bundesvorstandes, das einen Rechtsruck verhindern will. Auch Lucke, der für viele das Gesicht der Partei ist, wehrt sich gegen rechtspopulistische Tendenzen. Im baden-württembergischen Villingen-Schwenningen gab der AfD-Stadtrat Dirk Caroli am Freitag seinen Austritt aus der Partei bekannt. Zur Begründung führte er den zunehmenden Einfluss des rechten Flügels an.

Auch in der Wahrnehmung der Bürger ist die AfD weiter nach rechts gerückt. Im aktuellen ZDF-Politbarometer stufen bereits 49 Prozent der Bevölkerung die Partei als „sehr rechts“ oder „rechts“ ein. Wenn nächsten Sonntag gewählt würde, käme die AfD mit sechs Prozent in den Bundestag. (dpa)

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