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Pirna

Dritter Schauplatz für Tierskulpturen

Die Schlossbastionen auf dem Sonnenstein, Schloss Decin und nun auch das Pirnaer Museum – der Skulpturensommer wächst.

Die Kuratorinnen Christiane Stoebe (r.) und Marketa Vinglerova diskutieren über die Steinguss-Plastik „Vier Ansichten auf eine Taube“ des tschechischen Künstlers Jan Haublet.
Die Kuratorinnen Christiane Stoebe (r.) und Marketa Vinglerova diskutieren über die Steinguss-Plastik „Vier Ansichten auf eine Taube“ des tschechischen Künstlers Jan Haublet. © Daniel Schäfer

Will man eine Taube von allen Seiten betrachten, muss man herumlaufen. Schwierig, denn sie könnte ja inzwischen wegfliegen oder anderweitig ihre Position verändern. Der tschechische Künstler Jan Haublet nimmt dem Betrachter die Mühe ab. In einer seiner Skulpturen hat er eine Taube in vierfacher Ausführung so platziert, dass man sie von allen Seiten zugleich betrachten kann. Ein interessantes Konzept, zu sehen in der Ende vergangener Woche eröffneten Sonderschau zum Skulpturensommer im Stadtmuseum Pirna.

Das Museum ist damit zum dritten Schauplatz der Kunstausstellung geworden, die sich in diesem Jahr ganz dem Thema Tier widmet. Den Anfang hatten die Bastionen des Pirnaer Schlosses Sonnenstein gemacht, es folgte Schloss Decin. Jetzt also das Stadtmuseum. Hier sind vor allem kleinere Plastiken zu sehen, die aber nicht minder spannend sind. Zeichnen die Exponate doch auf minimalem Raum die Entwicklung der künstlerisch-plastischen Auseinandersetzung mit dem Thema Tier als Einzelwesen nach. „Bis ins 19. Jahrhundert hinein waren Tiere in der künstlerischen Darstellung vor allem Attribute mächtiger Menschen“, erläutert Kuratorin Christiane Stoebe. Es war der Bildhauer August Gaul, der ab den 1890er-Jahren als einer ersten die Darstellung von Tieren als unabhängige Wesen in den Mittelpunkt seines Schaffens rückte. Angeregt durch intensive Beobachtungen und Studien im Berliner Zoo, begann er, Tiere in für sie typischen Körperhaltungen darzustellen – weidend, schlafend, kämpfend, springend. Plastiken von August Gaul markieren entsprechend den historischen Startpunkt der gezeigten Skulpturen.

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Die Schau schlägt den Bogen bis hin zu zeitgenössischer Kunst aus Deutschland und Tschechien. Kuratiert hat Christiane Stoebe sie gemeinsam mit Marketa Vinglerova vom Kunstgewerbemuseum in Prag, die wiederum eine ganz besondere Beziehung zum Thema Tierplastik hat. Ihr Vater, der Bildhauer Vincenc Vingler, hat einen großen Teil seines künstlerischen Schaffens der Tierplastik gewidmet. Auch seine Skulpturen sind zu sehen.

Wer möchte, kann sich im Stadtmuseum auch sämtliche Ausstellungsstücke aus den Sonnensteiner Schlossbastionen anschauen – und zwar virtuell. Da die Bastionen für mobilitäts-eingeschränkte Menschen nicht zugänglich sind, hat das Dresdner Unternehmen Mapmo einen virtuellen Rundgang erstellt. Mittels VR-Brille kann man nun im Stadtmuseum durch die Schau in den Bastionen wandeln.

www.pirna.de/skulpturensommer

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