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Drogen geschmuggelt und verkauft

Ein Pärchen aus Hainichen soll Crystal illegal von Tschechien eingeführt und verkauft haben. Jetzt müssen beide in Therapie.

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Von Helene Krause

Lässig, als wäre alles nur ein Spaß, lungerte der Beschuldigte 23-Jährige auf der Anklagebank. Seine 19-jährige Komplizin saß erwartungsvoll daneben. Vorgeworfen wurde dem Pärchen aus Hainichen der Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Beide sollen Ende 2012, Anfang 2013 insgesamt dreimal die Droge Crystal von Tschechien eingeschmuggelt haben. Dabei benutzten sie den Grenzübergang Reitzenhain. Im Einzelnen handelte es sich jedes Mal um fünf Gramm des Rauschgifts. Von den Drogen behielten sie jeweils ein Gramm für sich. Den Rest soll der 23-Jährige für 80 bis 100 Euro das Gramm an Unbekannte verkauft haben. Die Einnahmen aus den Drogenverkäufen verwaltete die 19-Jährige. Ein Teil des Geldes wurde für weitere Drogenkäufe verwendet. Herausgekommen war die Tat durch eine anonyme Anzeige bei der Polizei. Als die Beamten die Wohnungen der Beschuldigten durchsuchten, sollen beide sofort gestanden haben.

Auch in der Verhandlung gaben die Beschuldigten die Tat zu. Beide erklärten, selbst Konsumenten von Crystal zu sein. Obwohl die 19-Jährige seit 14 Wochen eine Gesprächstherapie beim Blauen Kreuz in Hainichen absolviert, nimmt sie täglich 0,1 Gramm des Rauschgifts. Weil sie ihr Leben nicht in den Griff bekommt, wächst ihre vierjährige Tochter bei ihrer Mutter auf.

Während die Angeklagte bisher vor Gericht noch unbescholten ist, wurde ihr Komplize erst in der Woche zuvor vom Amtsgericht Döbeln wegen Körperverletzung und Diebstahl zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung, verurteilt. Zusätzlich zu dieser Bewährungsstrafe muss er 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und eine Drogentherapie absolvieren. Wegen dieses Urteils wurde das Drogenverfahren gegen ihn in der Verhandlung eingestellt.

Die Angeklagte dagegen wird vom Gericht für die illegale Einfuhr und für das Vertreiben von Crystal verwarnt. Sie erhält die Auflagen, die Termine bei der Suchtberatung in Hainichen regelmäßig wahrzunehmen und dem Gericht nachzuweisen. Des Weiteren muss sie 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Eine stationäre Langzeittherapie wurde von ihr bereits bei der Krankenkasse beantragt. Sollte sie die Auflagen nicht erfüllen, drohen der jungen Frau vier Wochen Gehorsamsarrest. Die Auflagen muss die 19-Jährige dann trotzdem erfüllen.