merken

Drogen und Betrug sind die größten Probleme

Die Kriminalität in Döbeln ist 2017 zurückgegangen. Allerdings nicht in allen Bereichen.

© Arno Burgi / dpa

Von Jens Hoyer

Döbeln. Schon in den vergangenen Jahren hatte Döbelns Polizeichef Andrée Wagner immer betont, dass Döbeln ein vergleichsweise sicheres Pflaster ist. In diesem Jahr fiel sein Bericht beim kriminalpräventiven Rat noch positiver aus. Die Kriminalität ist in Döbeln zurückgegangen – vor allem im Bereich der Eigentums- und Gewaltstraftaten. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote gestiegen. Gesunken ist der Ausländeranteil – einschließlich EU-Ausländer – bei den Straftätern. Sorgen machen der Polizei derzeit besonders zwei Bereiche: Drogenkriminalität und Betrug.

PPS Medical Fitness GmbH
Physiotherapie bei PPS Medical Fitness
Physiotherapie bei PPS Medical Fitness

Krankengymnastik, Bewegungsbad, physikalische Therapie, Lymphdrainage, Massagen, Outdoor-Training - PPS Medical Fitness ist für Ihre Unterstützung rundum aufgestellt.

Am Döbelner Polizeirevier wurde die Betrugsabteilung auf drei Mitarbeiter aufgestockt.
Am Döbelner Polizeirevier wurde die Betrugsabteilung auf drei Mitarbeiter aufgestockt. © Dietmar Thomas

Die Drogenkriminalität stagniert in Döbeln auf hohem Niveau. Die Stadt hat eine stabile Crystal-Szene. Aber auch die leichteren Drogen Cannabis und Marihuana seien wieder im Kommen, so Wagner. Die Auswirkungen bemerken die Polizisten regelmäßig unter anderem bei der Kontrolle von Fahrzeugführern. Wurden 2016 noch 30 Autofahrer unter Drogeneinfluss erwischt, so waren es im vergangenen Jahr schon 73. Zum Vergleich: Es wurden 91 Fahrer unter Alkoholeinfluss aus dem Verkehr gezogen. „Da ist fast eine Parität zwischen Alkohol- und Drogenfahrten erreicht. Das ist äußerst bedenklich“, sagte Wagner.

„Aus polizeilicher Sicht ist die Crystal-Sucht nicht einzudämmen.“ Es sei sehr schwer, in die sehr konspirativ agierende Szene einzudringen. Strafen schreckten die Drogenkonsumenten nicht ab. „Die Präventionsprogramme greifen nicht. Die müssen wir auf den Prüfstand stellen. Viele junge Leute versauen sich ihr Leben“, sagte Wagner. Eine ganze Reihe Konsumenten von Crystal seien inzwischen Patienten in der psychiatrischen Klinik in Hochweitzschen. Die Drogenszene gibt der Polizei Rätsel auf. „Wir wissen nicht, wo die Konsumenten das Geld für ihre Sucht herbekommen. Das müssen wir noch untersuchen“, so Wagner.

Einen Anstieg gibt es bei den Betrugsfällen, wobei die allermeisten auf Angebots- und Anzeigenportalen im Internet stattfinden. Da werden Waren bezahlt und nicht geliefert oder Waren werden geliefert und nicht bezahlt. Am Döbelner Polizeirevier wurde die Betrugsabteilung auf drei Mitarbeiter aufgestockt, sagte Wagner. Die Aufklärungsquote sei relativ hoch, weil die Ermittler auf Kontodaten zurückgreifen können. Er appellierte an die Käufer, Vorsicht walten zu lassen. „Wer ein Auto kauft, lässt sich doch auch nicht so einfach etwas vormachen.“

Erfreulicher sei die Entwicklung bei Betrugspraktiken wie dem sogenannten Enkeltrick und Gewinnversprechen, mit denen vor allem alte Leute durch Anrufe um gewaltige Beträge gebracht wurden. In der letzten Zeit habe es keine Anzeigen von Geschädigten gegeben. Wagner führt das auch auf die Präventionsarbeit in Döbeln zurück. Schüler des Lessing-Gymnasiums hatten mit einem Theaterstück Aufklärungsarbeit geleistet. Zweimal führten sie es vor älteren Leuten auf. „Vielen Dank ans Gymnasium“, sagte Wagner.

Die Ausstattung mit Personal in Döbeln sei mittlerweile besser, auch wenn sich Wagner mehr Streifenbeamten wünscht. „Wir können unsere Aufgaben erfüllen“, so der Polizeichef. Mit dem Bau des neuen Polizeireviers in Döbeln West wird sich die Polizeipräsenz in Döbeln erhöhen. Das Autobahnpolizeirevier aus Deutschenbora wird in den Bau mit einziehen.