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Drogendealer muss sich bewähren

Ein Mann aus Leipzig soll mit Drogen in nicht geringer Menge gehandelt haben. Das brachte ihn vors Amtsgericht Döbeln.

Der Angeklagte soll Marihuana auf dem Netto-Parkplatz in Mittweida übergeben haben.
Der Angeklagte soll Marihuana auf dem Netto-Parkplatz in Mittweida übergeben haben. ©  dpa

Von Helene Krause

Döbeln/Leipzig. Ein 25-jähriger Mann aus Leipzig soll am Abend des 8. Mai 2017 einem Drogenkonsumenten telefonisch zugesichert haben, ihm 300 Gramm Marihuana zum Gesamtpreis von 1 500 bis 2 000 Euro zu besorgen. Drei Tage später trafen sich beide am Großteich in Schweikershain zu einem zwanglosen Kennenlernen.

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 Am 16. Mai 2017 wurde das Marihuana auf dem Nettoparkplatz in Mittweida übergeben. Die Droge hatte einen Wirkstoffgehalt von 15, 9 Gramm Tetrahydrocannabinol (THC). Wegen dieser und einer weiteren Tat stand der Leipziger jetzt vorm Amtsgericht Döbeln. 

Vorgeworfen wurde ihm der unerlaubte Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Zu einer weiteren Übergabe von Marihuana soll es Mitte Juni 2017 gekommen sein. An dem Tag soll der Angeklagte dem gleichen Kunden noch einmal 250 Gramm mit einem Wirkstoffgehalt von 12,5 Gramm THC übergeben haben.

Nach Verlesung der Anklageschrift bat Verteidiger Denis van Ngoc aus Leipzig zu einem Rechtsgespräch. Danach gestand der Angeklagte die erste Tat. Dabei schilderte er, dass an der Menge von 300 Gramm nichts gefehlt habe.

 In der Anklageschrift war ihm jedoch vorgeworfen worden, dass in der im Mai gelieferten Menge 24 Gramm gefehlt hätten. Der Übergabepreis betrug 1 700 Euro. Die zweite Tat leugnete der Beschuldigte. „Es hat nach der ersten Drogenübergabe keinen weiteren Kontakt zu dem Kunden gebeben“, sagte er. Von wem er das Betäubungsmittel hatte, dazu schwieg der Angeklagte. Bisher ist er nicht vorbestraft.

Das Gericht stellte nach dem Geständnis des Beschuldigten die zweite Anklage ein. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Karin Fahlberg verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, ausgesetzt zu zwei Jahren Bewährung. 

Als Auflage muss er 1 000 Euro an das Deutsche Rote Kreuz Döbeln-Hainichen zahlen. Er erhält einen Bewährungshelfer und muss jeden Wohn- und Arbeitsplatzwechsel dem Gericht anzeigen. Die 1 700 Euro aus dem Drogenverkauf wurden eingezogen.

 Die Staatsanwaltschaft hatte für eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten plädiert, die ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Verteidiger van Ngoc wollten seinen Mandanten zu einer Freiheitsstrafe von nicht über einem Jahr verurteilt sehen. 

Er wies darauf hin, dass der Angeklagte zur Tatzeit finanzielle Probleme hatte. Sein Bruder lebte bei ihm und erhielt 250 Euro aus dem Drogenverkauf. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.