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Drogendealer zeigt sich selbst an

Ein Döbelner muss sich bewähren und Arbeitsstunden leisten. Er soll Drogen konsumiert und verkauft haben.

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© Symbolfoto/dpa

Von Helene Krause

Döbeln. Wegen des Erwerbs von Marihuana und des Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge musste sich ein 27-Jähriger aus Döbeln vorm Schöffengericht des Amtsgerichts Döbeln verantworten. Ab Juli 2013 soll er Marihuana für sich gekauft haben. Im Juni 2014 soll er sich entschlossen haben, selbst mit Betäubungsmitteln zu handeln. Dazu traf er sich mit einem Händler aus Döschütz. Von ihm kaufte er erst 100 Gramm und später bis zu 400 Gramm Marihuana. Verkauft hat er die Drogen an eine Döbelner Konsumentin. Die Drogen kaufte er für sechs Euro das Gramm, verkauft hat er sie für acht Euro pro Gramm. Monatlich machte er einen Gewinn von etwa 300 Euro.

Herausgekommen waren die Taten, weil der Dealer sich selber angezeigt hat. „Ich wollte reinen Tisch machen und mein Leben ändern“, sagt er. Seit er 16 Jahre alt ist, konsumiert er Marihuana. Damals hatte sein Vater Selbstmord begangen. Er kam über den Tod nicht hinweg. Später kam Crystal dazu. Vom Crystalkonsum hat er bereits neurologische Probleme. Er kann sich weniger merken. Zu einer vierwöchigen Entgiftung in Hochweitzschen war er bereits. Jetzt will eine mehrmonatige Therapie machen. Im Bundeszentralregister hat er zwei Einträge stehen, einen wegen Sachbeschädigung und einen wegen Körperverletzung. Im Juli dieses Jahres erhielt er einen Strafbefehl. Er sollte ein Bußgeld in Höhe von 400 Euro zahlen. Damals war er in Döbeln mit Crystal erwischt worden.

Das Gericht verurteilt den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung. Außerdem muss er 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Weil er die Geldstrafe aus dem Strafbefehl noch nicht beglichen hat, ging diese in das Urteil mit ein. Grund für die milde Bestrafung ist, dass der Beschuldigte umfassend geständig war und sich selbst angezeigt hat.