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Drogendealerin wieder auf Anklagebank

Eine 21-jährige Frau aus Hainichen soll mit Crystal gehandelt haben. Das Urteil für sie fiel mehr als milde aus.

© Symbolfoto/dpa

Von Helene Krause

Hainichen. Nicht zum ersten Mal steht die mittelgroße, kräftige Angeklagte vor Gericht. Erst im Januar 2014 wurde sie vom Amtsgericht Döbeln wegen Drogenhandels verwarnt. Trotzdem machte sie weiter. Am Abend des 4. April 2014 wurde sie von Polizisten in Hainichen mit 28 Klipptütchen, die teilweise Crystal enthielten, und einem Konsumbesteck erwischt. Die Drogen hatte sie in ihrer Handtasche. Bei einer Wohnungsdurchsuchung am gleichen Abend fanden die Beamten eine Feinwaage, eine Preisliste, ein Notizheft, mehrere Klipptütchen, weitere Betäubungsmittelutensilien und 6,53 Gramm Crystal mit einem Wirkstoffgehalt von 4,6 Gramm Metamphetamin. Wegen der Funde musste sie sich jetzt erneut vorm Amtsgericht Döbeln verantworten. Der Vorwurf lautete: unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln.

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Gleich zu Beginn der Verhandlung gestand die Beschuldigte die Tat. Das Crystal, das sie für 80 Euro pro Gramm verkaufte, besorgte sie sich in Tschechien. Mit Bekannten, deren Namen sie nicht nennen wollte, fuhr sie über die Grenze. Für einen Teil des Erlöses kaufte sie neues Metamphetamin. Von 2012 bis Mai 2014 nahm sie selber Crystal. Eine Therapie brach sie ab. Eine weitere Langzeittherapie half ihr, von den Drogen wegzukommen. Seit Mai 2014 hat sie kein Crystal mehr konsumiert. Die Suchtberatung des Blauen Kreuzes besucht sie regelmäßig. Auch eine Maßnahme der Arge, die ihr eine Berufsausbildung sichern soll, absolviert sie zurzeit.

Obwohl eine Verwarnung bei der Angeklagten nicht fruchtete, ließ Richterin Marion Zöllner noch einmal Gnade vor Recht ergehen. Sie verurteilte die Beschuldigte wegen des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln dazu, die Maßnahme des Arbeitsamtes weitere sechs Monate fortzurühren. Zudem muss sie die Termine beim Blauen Kreuz regelmäßig wahrnehmen. Beides muss sie dem Gericht nachweisen. Sollte sie der richterlichen Weisung nicht nachkommen, droht ihr ein Ungehorsams-arrest von ein bis vier Wochen in der JVA Chemnitz. Das Urteil ist rechtskräftig.