merken

Drogenkauf bringt Geldstrafe ein

Wegen Drogenerwerbs erhielt eine Frau aus Leisnig einen Strafbefehl. Sie ging in Einspruch. Jetzt wird es teurer.

© Symbolfoto/dpa

Von Helene Krause

Leisnig. Die schlanke 26-jährige Frau aus Leisnig, die im Amtsgericht Döbeln auf der Anklagebank sitzt, soll zwischen September 2014 und Januar 2015 in mindestens zwölf Fällen unerlaubt von einem polizeibekannten Leisniger Drogendealer Crystal und Marihuana gekauft haben. Kleine Mengen nur etwa 0,5 bis zwei Gramm Crystal und ein bis zwei Gramm Marihuana. Sie wurde erwischt und erhielt einen Strafbefehl. Nach dem sollte sie 1 560 Euro zahlen. Sie ging in Einspruch.

TOP Veranstaltungen
TOP Veranstaltungen
TOP Veranstaltungen

Was ist los in Sachsen und Umland? Wo gibt es was zu erleben? Unsere Top-Veranstaltungen der Woche!

Herausgekommen waren die Vorfälle, als die Polizei bei dem Drogendealer eine Hausdurchsuchung machte. Die Beamten beschlagnahmten das Mobiltelefon des Dealers. Sie lasen die Daten aus und fanden die Handynummern der Kunden. Darunter war die der Angeklagten. Auch WhatsApp-Nachrichten wurden gefunden, die eindeutig der Drogenszene zugeordnet werden konnten. So hieß es in einer Nachricht der Angeklagten vom 14. Januar 2015: „Zucker“ und „Fuchs“. Zucker bedeutet in Drogenkreisen Crystal. Fuchs steht für 50 Euro. Welchen Wirkstoffgehalt die Drogen hatten, blieb in der Verhandlung ungeklärt. Die Kriminalbeamtin, die den Fall bearbeitete, geht von einem Wirkstoffgehalt von 70 Prozent bei Crystal und von zehn Prozent bei Marihuana aus. „In den letzten zwei Jahren kam Crystal mit einem hohen Wirkstoffgehalt aus Tschechien zu uns“, sagte sie als Zeugin in der Verhandlung.

Obwohl Verteidiger Rechtsanwalt Martin Göddenhenrich aus Döbeln auf Freispruch plädierte, weil jeder mit dem Handy seiner Mandantin telefoniert haben könnte und nicht jeder Anruf zum Kauf der Drogen geführt hätte, geht das Gericht von der Schuld der Angeklagten aus. Richter Janko Ehrlich verurteilte die Beschuldigte zu einer Geldstrafe in Höhe von 2 000 Euro. Das ist deutlich mehr als der Strafbefehl.