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Fahrverbote auch für Meißner?

Rund 15 000 Diesel-Fahrzeuge im Landkreis Meißen haben nur die Schadstoffklasse Euro 4 und niedriger. Die Fahrzeughalter müssen sich jetzt Gedanken machen.

© Hendrik Schmidt / dpa

Von Teja Banzhaf

Landkreis Meißen. Wenn Stuttgart die Blaupause ist, dann haben so um die 29 000 Menschen oder Firmen, die im Kreis Meißen mit Diesel-Pkw der Schadstoffklassen Euro 1 bis Euro 5 unterwegs sind, schlechte Karten, wenn das Beispiel Schule macht. Erst Euro-4-Diesel aussperren, dann Euro-5er. Das soll im nächsten Stuttgarter Luftreinhalteplan stehen. Der kommt Ende Juli. Was interessiert es den, der nicht nach Stuttgart will? Oder in Hamburg über die Max-Brauer-Allee fahren? Alle betroffenen Städte kupfern voneinander ab. Und wenn’s dumm läuft, erwischt es die rund 15 000 Besitzerinnen und -besitzer der Diesel der Schadstoffklasse Euro-4 und niedriger als erstes.

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Daten über Diesel-Pkw liefert das Kraftfahrt-Bundesamt mit Stand 1. Januar 2018. Danach müssen sich im Kreis Meißen die Besitzer von rund 77,4 Prozent aller Diesel oder 29 188 Diesel-Fahrzeugen Gedanken machen, wie es weitergeht. Zumal das ja auch eine Geldfrage ist. Das wissen die Stuttgarter längst. „Menschen, die mit Diesel-Pkw der Schadstoffklassen Euro 1 bis Euro 4 unterwegs sind, tun dies meistens nicht, um der Umwelt bewusst zu schaden, sondern weil das Haushaltseinkommen begrenzt ist‘‘, sagt Torsten Treiber, Obermeister der dortigen Kraftfahrzeuginnung. Deren Mitgliedsbetriebe haben auch damit zu kämpfen, dass Diesel dieser Schadstoffklassen nur noch für Schnäppchenjäger aus dem Ausland interessant sind. Das Problem: Bekommen die hiesigen Dieselbesitzer für ihre gebrauchten Diesel kein Geld mehr, wird es für sie noch schwerer, das Auto zu wechseln.

Im Kreis Meißen gilt das für 14 898 Fahrzeuge aus der ganzen Dieselschar. Umgedreht ist auch klar, weniger alte Diesel sind für die Luft besser. Bei Dieseln sind die Partikel krebserregend und der Stickoxidausstoß ist gesundheitsgefährdend. In beiden Fällen gilt die Faustregel, je älter der Diesel, desto problematischer. Wer einen der 95 900 Benziner hat, ist im Moment fein raus. Über die wird derzeit nicht diskutiert. Derzeit, denn wenn die Deutsche Umwelthilfe die Dieselfrage in ihrem Sinne geklärt hat, wird sie sich wieder den Benzinern zuwenden. Benziner stoßen mehr Kohlendioxid aus und ebenso Feinstaub..

Doch im Moment sind die Stickoxide das große Thema, gemeinsam mit dem Feinstaub. Wie die Deutsche Umwelthilfe gerne beschwört, führt der Feinstaub zu Tausenden Todesfällen. Selbst das Umweltbundesamt sagt als amtliche Quelle, dass 41 500 Todesfälle in Deutschland auf die Feinstaub-Belastung zurückgeführt werden könnten.