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Droht ein Schlagloch-Frühjahr?

Trotz Schnee und Eis sind in Görlitz bereits Schäden an den Straßen sichtbar. Womöglich mehr als in den Jahren zuvor.

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© nikolaischmidt.de

Von Matthias Klaus

Bumm und wieder einer rein: Die Schlaglöcher auf der Girbigsdorfer Straße sind zwar relativ klein. Aber drumherum kommt fast kein Autofahrer. „Ärgerlich“, findet Helmut Röder. Er kommt gerade aus dem Klinikum, hat hier einen Bekannten besucht. Aber der Herr aus dem Dresdner Umland kennt das schon aus seiner Heimat. „Nach dem Winter sehen die Straßen immer gelöchert aus, ist ja nichts Neues“, sagt er. In diesem Jahr, findet Helmut Röder, sind die Schäden allerdings schon recht zeitig sichtbar.

Das Görlitzer Rathaus sieht die Situation in der Stadt im Moment noch relativ entspannt. „Nach etwa fünf Wochen Frost können wir feststellen, dass sich die Straßenschäden im normalen Rahmen bewegen“, so der Leiter des Bau- und Liegenschaftsamtes Torsten Tschage. Es seien die erwarteten Schäden in den Decklagen von Straßenabschnitten eingetreten, die in dem Erneuerungsplan bis 2020 erfasst sind. „Besonders betroffen sind die Kastanienallee zwischen Promenadenstraße und den Feldmühlgraben, die Friedersdorfer Straße zwischen der Promenadenstraße und Höhe Ortsausgang, An der Landeskrone und in der Ortslage Kunnerwitz“, sagt der Amtsleiter. In den Anliegerstraßen können Straßenschäden erst nach dem Tauwetter beurteilt werden, so Torsten Tschage.

Schlaglöcher, von denen eine Verkehrsgefährdung ausgeht, werden mit Kaltmischgut durch die Firma Straßendienst und Kommunalservice Görlitz Gesellschaft nach einem Auftrag vom Straßenmeister geschlossen.

Eine genauere Aussage zum Umfang der Winterschäden ist erst nach einer längeren Frostfreiheit möglich, so der Bauamtsleiter . „Ab März beginnt die jährliche Frühjahrsflickung. Voraussetzung für diese Reparaturen ist die Arbeitsaufnahme der Bitumenmischanlagen“, teilt Torsten Tschage mit. „Winterschäden entstehen durch häufigen Frost-Tau-Wechsel, das heißt bei Wetterlagen um die null Grad. Dass der Januar quasi Dauerfrost hatte, ist daher in Bezug auf den Fahrbahnzustand sicher ein positiver Umstand“, schildert Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Dresden.

Wie es im gesamten Landkreis Görlitz in Sachen Schlaglöchern aussieht, ist derzeit noch unklar. „Die Frage nach kaputten Straßen kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet, beziehungsweise nicht mit konkreten Zahlen und Kosten belegt werden“, so Landratsamts-Sprecherin Marina Michel. Das Ausmaß der Schäden werde sich erst zum Ende der Wintersaison darstellen. Jedoch müsse „mit hoher Wahrscheinlichkeit von größeren Winterschäden im Straßenbereich als in den vergangenen Jahren“ ausgegangen werden, teilt das Landratsamt mit.

Helmut Röder kennt das schon. Er macht sich wieder auf den Weg Richtung Dresden. „Die Autobahn ist in dieser Hinsicht ja einigermaßen in Ordnung“, sagt er. Und für das Stadtgebiet hat er einen Tipp: „Immer schön die Augen offen halten und im Zweifelsfall auf die Bremse treten. Aber ganz sachte, um den Hintermann nicht zu ärgern.“

Schlagloch-Geschichte: Bei altem, sprödem Asphalt oder nicht richtig geflickter Straße dringt Wasser bis in die Schotterschicht unter der Fahrbahndecke vor. Im Winter gefriert das Wasser zu Eis, das sich ausdehnt und den Asphalt nach oben hebt. Taut das Eis, bleiben unter der Fahrbahndecke Wasserlachen zurück. Über dem aufgeweichten Untergrund bricht die Decke unter dem Gewicht der Autos ein und geht kaputt. Quelle: ADAC