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Droht nun Hochwasser?

Die Wesenitz steigt seit dem Wochenende langsam, aber stetig an. Nachbarn des Flusses sind sensibilisiert.

© Ingolf Reinsch

Bischofswerda. Wegziehen würde sie von ihrem Grundstück nicht, sagte eine Putzkauerin vor ein paar Tagen. Da lag Schnee und es gab klirrenden Frost. Die Wesenitz unterhalb ihrer Gartenmauer plätscherte ruhig dahin. Seit dem Wochenende taut es – und das rasant. Die Frau mag auch jetzt ihr idyllisches Grundstück. Auch wenn sie in Zeiten wie diesen häufiger und mit flauem Gefühl zum Fluss sieht. Der hatte ihr Haus beim Hochwasser 2010 überflutet.

Schnelle Schneeschmelze und Regen lassen auch jetzt die Wesenitz anschwellen. Montagmittag wurden am Pegel in Bischofswerda 47 Zentimeter gemessen, Tendenz weiter steigend. Am vergangenen Freitag waren es noch 24 Zentimeter. Der Fluss transportiert jetzt fast die vierfache Wassermenge als vor dem Wochenende. Akute Gefahr besteht aktuell allerdings nicht. Bei 1,20 Meter am Pegel Bischofswerda wird die Warnstufe 1 ausgerufen. Das heißt, das Geschehen am Fluss wird verstärkt beobachtet.

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DSC vs. USC Münster | 24. Oktober 2020
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Am 24. Oktober 2020 bestreiten die DSC Volleyball Damen ihr erstes Heimspiel in der Bundesliga Saison 2020/21 und treffen auf den USC Münster.

Nicht nur Fluss-Anrainer, auch das beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie angedockte Landeshochwasserzentrum ist sensibilisiert. „Wir beobachten an den Flusspegeln – vor allem im Tief- und Hügelland – steigende Wasserstände infolge des Tauprozesses, aber es besteht derzeit keine Hochwassergefahr“, sagte Pressesprecherin Karin Bernhardt am Montag auf Anfrage. Am Dienstag soll es weitgehend niederschlagsfrei bleiben, bei Temperaturen im einstelligen Plusbereich. Dadurch könne die Schneedecke in den tieferen Lagen weiter langsam abtauen. Im oberen Bergland – vor allem im Erzgebirge – hält der Schnee noch weitgehend. Sichere Vorhersagen, wie sich die Lage ab Wochenmitte entwickelt, waren am Montag noch nicht möglich. Diese lassen sich am Dienstag besser abschätzen, „wenn wir die Niederschlags- und Abtauprognose vom Deutschen Wetterdienst vorliegen haben“, sagte Karin Bernhardt.

Erstmal bleibt es mild

Wintersport ist zurzeit in Neukirch und Steinigtwolmsdorf nicht mehr möglich. Ein paar wenige Enthusiasten nutzten am Sonntag noch die Loipen in Steinigtwolmsdorf. Inzwischen rät Hartmut Rößler, der die Skiwege ehrenamtlich spurt, aufgrund des Tauwetters vom Fahren ab: „Man würde sich nur die Skier kaputt machen“, sagte er am Montag. – In Rugiswalde war der Lift laut Internetseite des Skiklubs am Montag von 14 bis 19 Uhr in Betrieb. Die Schneehöhe betrug diesen Angaben zufolge noch 30 Zentimeter. Ob der Lift auch am Dienstag und in den kommenden Tagen fährt, teilt der Klub täglich im Internet mit.

War’s das mit dem Winter 2015/16? In dieser und der nächsten Woche erwartet uns mildes Wetter, sagte der Goldbacher Hobby-Meteorologe Dietmar Pscheidt am Montag auf Anfrage. Begründet ist das dadurch, dass warme Luft von Südwesten nach Mitteleuropa strömt. In der zweiten Februarwoche – mit Beginn der Winterferien in Sachsen – könnte der Winter wieder zurückkehren. Dietmar Pscheidt bleibt in seiner Prognose aber vorsichtig: „Es deutet sich an, dass es dann wieder etwas kälter werden könnte“, sagt er. Winter(sport)freunde dürfen das als Hoffnungszeichen verstehen. Bei seinen letzten Vorhersagen lag der Goldbacher richtig.

Der Januar bescherte uns 21 Tage mit Frost, davon sechs Eistage, bei denen das Quecksilber auch am Tag die Null-Grad-Marke nicht überstieg. Erstmals seit drei Jahren könnte damit das Monatsmittel des Januar wieder im Minus-Bereich liegen, erwartet Dietmar Pscheidt. (SZ) Seite 15

www.skiclub-rugiswalde.de