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DSC-Frauen verlieren das Spitzenspiel

Die Dresdner Volleyballerinnen zwingen Stuttgart in den fünften Satz und lösen ihr Versprechen ein - trotz der Niederlage gegen den Tabellenführer.

In dieser Szene hadern die Volleyballerinnen des Dresdner SC mit einer Entscheidung des Schiedsrichters und am Ende mit dem Ergebnis. ©  dpa/Robert Michael

Den Schwur haben Spielmacherin Mareen von Römer und ihre Volleyballerinnen des Dresdner SC eingelöst. „Da haben wir einen großen Leckerbissen vor der Nase. Ich verspreche, dass das nicht 0:3 ausgehen wird“, hatte die 31-jährige Zuspielerin zur dritten Saisonpartie gegen den Bundesliga-Spitzenreiter MTV Stuttgart gesagt. In Schwaben verloren die Dresdnerinnen sowohl das Bundesligahinspiel als auch in der ersten Pokalrunde mit eben diesem ernüchternden Ergebnis.

Am Donnerstagabend forderte der fünffache deutsche Meister den bisher in der Liga unbezwungenen MTV – wie selbst erhofft – sehr viel mehr. Nach 118 Spielminuten mussten sich die Gastgeberinnen in der mit 2 950 Zuschauern fast ausverkauften Margon-Arena nach einem phasenweise begeisternden Spiel mit 2:3 (23:25, 25:18, 25:17, 18:25, 14:16) beugen. Trotzdem rannen Spielführerin Katharina Schwabe nach der Partie dicke Tränen über die Wangen. Ausgerechnet ihr war beim Matchball ein kleiner, letztlich entscheidender Fehler unterlaufen. „Es ist bitter, das Spiel am Ende so zu verlieren“, erklärte die 25-Jährige.

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Playoff-Auftakt Ende März

Das Team von Chefcoach Alexander Waibl hat noch zwei Spiele der Hauptrunde vor der Brust bevor die wohl spannendste Zeit der Saison startet.

„Das Ende war schade. Heute konnte man sehen, dass wir riesige Schritte nach vorn gemacht haben, was unsere Stabilität angeht. Wir haben ein Riesenspiel gemacht. Natürlich bin ich enttäuscht, ich hätte gern gewonnen“, sagte DSC-Trainer Alexander Waibl. Allerdings hatte seine Mannschaft auch einen Gegner vor sich, der derzeit ein kleines Wellental durchschreitet. Dass Stuttgart dennoch den Einzug in das Viertelfinale der Champion League schaffte, zeugt von der Qualität der Mannschaft. „Der Gegner konnte sich da mit einer überragenden Diagonalspielerin behelfen“, erklärte Waibl und spielte auf die unglaublichen Hammerschläge der US-Amerikanerin Krystal Rivers an, der insgesamt 30 Punkte gelangen. Aber auch der DSC kämpft mit Problemen, allerdings beim Personal. Neben Nikola Radosova fehlte auch Piia Korhonen, die an einem Infekt laboriert.

Auf DSC-Seite ragten neben Ivana Mrdak (20 Zähler), auch Lena Stigrot (15), Maria Segura (14) und die erst 18-jährige Mittelblockerin Camilla Weitzel (zehn) heraus, die am Donnerstagabend ihr bestes Spiel im DSC-Dress gemacht haben dürfte. Das alles spricht dafür, dass sich die Dresdner Volleyballerinnen so langsam richtig für die folgenden Play-offs einspielen – und dort dann auch gegen Stuttgart und Schwerin konkurrenzfähig sein könnten. „Klar ist das ein Zeichen an die Liga“, erklärte Schwabe. Ein Zeichen anderer Art sendete Sport 1. Der Spartenkanal verabschiedete sich im fünften Satz aus der Liveübertragung im TV und zeigte stattdessen die Darts-Champions-League.