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Dschihadisten meist weniger gebildet

Hunderte Islamisten aus Deutschland haben sich Terrorgruppen in Syrien angeschlossen. Was sind das für Leute? Der Verfassungsschutz hat es untersucht.

© dpa

Berlin. Die meisten Islamisten aus Deutschland, die sich militanten Gruppen in Syrien angeschlossen haben, sind eher ungebildet. Einer bislang unveröffentlichten Analyse im Auftrag der Innenministerkonferenz zufolge hat nur jeder vierte von ihnen einen Schulabschluss. Gemäß der Studie, die der „Berliner Morgenpost“ vorliegt, brachten sechs Prozent eine Ausbildung zu Ende, ein Studium zwei Prozent.

Für die Analyse wurden Daten der Länderpolizeien, des Bundeskriminalamtes und der Verfassungsschutzbehörden ausgewertet. Betrachtet wurden 378 Islamisten, die Deutschland seit Mitte 2012 Richtung Syrien verlassen haben. Ein Teil der militanten Islamisten war dem Verfassungsschutz schon vor der Ausreise aufgefallen. Ein größerer Teil dürfte erst später ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten sein. Mehrere deutsche Dschihadisten haben sich nach ihrer Ausreise mit großmäuligen Video-Botschaften aus Syrien zu Wort gemeldet, in denen sie auch Drohungen gegen die Bundesrepublik ausgestoßen haben. Einige der deutschen Kämpfer meldeten sich auch telefonisch oder per SMS bei ihren Angehörigen und fielen so auf.

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Geringe Bildung, keine Jobs, wenig Geld

Elf Prozent der „Dschihad-Touristen“ waren Frauen. Die Jüngsten unter den Islamisten waren bei der Ausreise nur 15 Jahre, der Älteste 64 Jahre alt. Jeder Dritte der Islamisten stammt aus der Gruppe der 21- bis 25-Jährigen. 20 Prozent waren arbeitslos gemeldet. Einer Beschäftigung gingen nur zwölf Prozent nach, die meisten mit einem Job im Niedriglohnsektor.

In Deutschland wurden rund 60 Prozent geboren, als Geburtsländer folgen Syrien (8 Prozent) und die Türkei (6 Prozent). Einen deutschen Pass haben 233 der erfassten Ausgereisten, 92 dieser Gruppe besitzen mindestens eine weitere Staatsangehörigkeit, etwa die marokkanische, türkische oder syrische. 240 Islamisten wurden laut Analyse als Muslime geboren. Von 54 Personen ist bekannt, dass sie - meist deutschstämmige - Konvertiten sind.

Wie die Studie des Verfassungsschutzes weiter zeigt, begann ihre Radikalisierung fast ausnahmslos in der Salafistenszene. 117 der Ausgereisten begingen bereits Straftaten, bevor sie sich radikalisierten. Meist handelte es sich um Gewalt-, aber auch Eigentums- oder Drogendelikte.

40 Islamisten aus Deutschland kamen laut Verfassungsschutz bisher im syrischen Bürgerkrieg ums Leben. Etwa ein Drittel der Ausgereisten kehrte inzwischen zumindest zeitweise nach Deutschland zurück. (dpa)