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Dubioses Oewa-Schreiben

Bürgermeister im Raum Döbeln haben einen gefälschten Brief erhalten. Oewa und Veolia haben rechtliche Schritte eingeleitet.

© Oewa

Von Tina Soltysiak

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Döbeln. Mit den Worten „Sehr geehrte Amtsträger, wie Ihnen nicht entgangen sein sollte, haben wir bereits die Weichen für unsere gemeinsame Zukunft gestellt, um nach unserem offiziellen Vertragsende da zu sein“ beginnt ein Brief, den einige Bürgermeister und Stadträte im Raum Döbeln sowie der Döbelner Anzeiger am Dienstag per Post erhalten haben. Beendet wird er mit den Worten „Ihre Oewa Geschäftsführung“. Unterschrift und ein Name fehlen. Ebenso ein Absender – sowohl auf dem Schreiben an sich als auch auf dem Briefumschlag. Ebenfalls fehlt das Logo der Oewa Wasser und Abwasser GmbH. Stattdessen ist das Logo der Veolia Deutschland GmbH, des Mutterkonzerns der Oewa, abgebildet.

In dem Brief wird auf mehr oder weniger deutliche sarkastische Art und Weise darauf angespielt, dass die Oewa versuche, die Kommunen beim Betreiben ihrer Wasser- und Abwasseranlagen in ein Abhängigkeitsverhältnis zu bringen. Die Oewa unterstützt Städte und Gemeinden, Zweckverbände, Industrie und Gewerbe sowie Privathaushalte bei allen Aufgaben rund um die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung. Sie arbeitet unter anderem eng mit dem Wasserverband Döbeln-Oschatz sowie dem Abwasserzweckverband „Döbeln-Jahnatal“ zusammen.

Der anonyme Verfasser hat sich die Mühe gemacht und das Schreiben an kommunale Vertreter in den Regionen Döbeln, Oschatz und Grimma auf dem Postweg verschickt. Anhand der Briefmarke und des Poststempels lassen sich aber auf den ersten Blick keine Hinweise daraus ableiten, wo die Sendungen aufgegeben wurden. Allein bei der Ostrauer Gemeindeverwaltung ist der Brief in dreifacher Ausfertigung eingegangen, wie eine Mitarbeiterin auf DA-Nachfrage sagte.

Rufschädigung und Verleumdung

Oewa und Veolia haben erst auf Anfrage des Döbelner Anzeigers Kenntnis von dem Schreiben erlangt. „Wir betonen ausdrücklich, dass weder die Oewa noch die Veolia dieses Schreiben erstellt und/oder versendet haben. Es werden in dem Brief Behauptungen aufgestellt, die falsch sind“, erklärte Oewa-Sprecher Olaf Modrozynski am Mittwoch. Die Unternehmen distanzieren sich „klar von dem Inhalt des anonymen Schreibens“. Auf die Veröffentlichung des gesamten Inhalts verzichtet der DA.

„Zum Schutz unseres Unternehmens und der langjährigen, vertrauensvollen Kooperation mit unseren kommunalen Partnern werden wir gegen diese Rufschädigung und Verleumdung vorgehen“, kündigte Modrozynski an. Das Unternehmen wolle bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstatten. „Ein Exemplar des Schreibens, das in einer Gemeindeverwaltung abgegeben worden war, wurde bereits sicher gestellt“, ergänzte er. Die Oewa werde darüber hinaus „die Bürgermeister und Fraktionen der betroffenen Städte und Gemeinden unverzüglich über dieses Papier informieren“, so der Unternehmenssprecher.