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Dynamo

Düsseldorf trennt sich von Schäfer

Paukenschlag: Der frühere Dynamo-Boss muss bei der Fortuna gehen. Dabei hat er den Klub sportlich und wirtschaftlich wieder in die Erfolgsspur gebracht.

Robert Schäfer war vom 8. Mai 2014 bis zum 21. März 2016 kaufmännischer Geschäftsführer von Dynamo Dresden, bevor er zu Fortuna Düsseldorf wechselte. © dpa/Christophe Gateau

Fortuna Düsseldorfs Coach Friedhelm Funkel erreichte die überraschende Nachricht mitten in der Vorbereitung auf das Fußball-Bundesliga-Heimspiel gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München am Sonntag. Der Aufsteiger trennt sich von seinem Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer, der spätestens seit der Trainerposse in der Winterpause im eigenen Haus der Intimfeind des beliebten Coaches war. Funkel wollte sich am Sonnabend nicht zu dieser Personalie äußern. Er feierte stattdessen mit seiner Mannschaft vor dem Fernseher den vorzeitigen Klassenerhalt.

Dass der Burgfrieden zwischen dem 65-jährigen Funkel und dem 43-jährigen Schäfer überhaupt solange gehalten hat, grenzte ohnehin an ein Wunder, nachdem der Klubboss seinen Trainer zu Jahresbeginn quasi im Alleingang gefeuert und dadurch nicht nur Funkel, sondern auch den Aufsichtsrat vor den Kopf gestoßen hatte. Das ohnehin nie besonders große Vertrauensverhältnis zwischen dem selbstverliebten Vereinschef und den Klubgremien war spätestens seit dem Winter zerrüttet und nicht mehr zu kitten. Als Nachfolger von Schäfer ist angeblich der 58-jährige Thomas Röttgermann im Gespräch, der bis 2017 der Geschäftsführung des VfL Wolfsburg angehörte.

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Der Aufsichtsratsvorsitzende Reinhold Ernst bestätigte die Trennung von Schäfer: "Wir haben ihn über unsere Entscheidung informiert. Das Vertrauensverhältnis ist nachhaltig gestört. Deshalb gab es keine andere Lösung." Schäfer, der den Klub nach Gutsherrenart geführt und viele Mitstreiter auf allen Ebenen verprellte hatte, wollte sich am Sonnabend nicht äußern. Seine Sekretärin brach in Tränen aus, als sie die Nachricht erfuhr.

Erst im August 2018 war der Vertrag mit ihm frühzeitig um zwei Jahre bis 2021 verlängert worden. Der Verein hatte den Manager, der am Rhein pro Saison etwa 800000 Euro bekommen haben soll, im Frühjahr 2016 in einer Krisensituation von Dynamo Dresden an den Rhein geholt. Bei den Schwarz-Gelben war Schäfer vom 8. Mai 2014 bis zum 21. März 2016 kaufmännischer Geschäftsführer gewesen.

Mit ihm und dem damals auch neuen Trainer Funkel kehrte die Fortuna in die Bundesliga zurück und erholte sich auch wirtschaftlich. Parallel zu den Erfolgsmeldungen jagte Schäfer aber altgediente Düsseldorfer aus ihren Ämtern und wurde immer mehr zum Alleinherrscher. Er bezeichnete seine Maßnahmen als "überfällige Professionalisierung".

Nachdem Schäfer dann in Marbella mit seinem Alleingang in der Personalie Funkel für Kopfschütteln gesorgt hatte, hatte er jegliche Rückendeckung verloren. Erst nach Intervention des Aufsichtsrates und der Fans wurde seine Entscheidung rückgängig gemacht und anschließend der Vertrag mit Funkel sogar bis 2020 verlängert.

Schäfer wurde der Beschluss des Kontrollgremiums bereits mitgeteilt. Offiziell vollzogen ist die Trennung noch nicht. Schäfer soll nach Rücksprache mit seinen Anwälten noch keinen Auflösungsvertrag unterschrieben haben. Er will angeblich weiter normal ins Büro gehen und auch beim Heimspiel am Sonntag gegen Bayern München dabei sein. Dabei feiern die Fortunen den seit Sonnabend sicheren Klassenerhalt gebührend. (sid)