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Politik

Düsseldorfer SPD-Chef will Parteivorsitz

Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles als Partei- und Fraktionschefin hat sich noch kein Nachfolger gefunden. Nun bringt sich der erste Kandidat in Stellung.

Derzeit ist Thomas Kutschaty Fraktionsvorsitzender der nordrhein-westfälischen SPD. © Johannes Neudecker/dpa

Düsseldorf. Der nordrhein-westfälische SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty schließt eine Bewerbung für den Bundesvorsitz der Partei nicht aus. "Großen Herausforderungen darf man nicht hinterherlaufen, man darf aber auch nicht davor weglaufen", sagte der ehemalige NRW-Landesjustizminister dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwoch). Gefragt worden war er am Rande einer Fraktionssitzung im Düsseldorfer Landtag, ob er sich vorstellen könnte, für den Bundesvorsitz zu kandidieren.

Bisher hat sich offiziell noch kein Bewerber für die Nachfolge der zurückgetretenen Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles gemeldet. Die kommissarischen Parteichefs Malu Dreyer, Thorsten Schäfer-Gümbel und Manuela Schwesig hatten alle erklärt, dass sie das Amt nicht anstreben.

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Kutschaty äußerte sich auf Nachfrage nicht dazu, ob er sich tatsächlich bewerben will. Aus Kutschatys Umfeld verlautete am Mittwoch, er reagiere damit auf die zahlreichen Absagen für eine Kandidatur zum Parteivorsitz. Ständiges Nein-Sagen helfe der Partei nach Ansicht Kutschatys auch nicht weiter.

In der SPD zeichnet sich derzeit eine Tendenz für eine Mitgliederbefragung zum künftigen Vorsitz und zu einer Doppelspitze ab. Am kommenden Montag will der Parteivorstand über das Verfahren bei der Suche nach einer neuen Parteiführung entscheiden. Auch Kutschaty hatte sich für eine Urwahl und eine Doppelspitze ausgesprochen.

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Viel Lob für Bereitschaft

Mehrere SPD-Politiker des mitgliederstarken Landesverbandes Nordrhein-Westfalen haben unterdessen die Bereitschaft von Thomas Kutschaty gelobt. "Ich begrüße es, dass Thomas Kutschaty seine Bereitschaft zur Kandidatur mitgeteilt hat", sagte Karl Lauterbach, stellvertretender SPD-Fraktionschef im Bundestag, dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstag). Es werde sicherlich auch noch andere Kandidaten geben. Aber ein offenes Verfahren mit viel Transparenz sei richtig. "Dafür hat er sich ja auch immer selbst eingesetzt. Und daher ist es konsequent, dass er auch kandidiert."

Der Bochumer Bundestagsabgeordnete Axel Schäfer sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger": "Es ist erfreulich, dass es tatsächlich Menschen gibt, die bereit sind, für den SPD-Parteivorsitz zu kandidieren, statt immer nur zu erklären, warum sie keine Zeit haben oder warum es nicht geht." Er fügte hinzu: "Es ist doch erstaunlich, dass sich unter sechs stellvertretenden Vorsitzenden keiner findet, der für das Amt des Vorsitzenden antreten möchte." Er forderte eine rasche Entscheidung. "Bis Dezember können wir nicht warten." (dpa)