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Dulig drängt auf Atempause beim Asyl

„Wir machen das“, lautet das Leitmotiv von Angela Merkel zur Flüchtlingskrise. „Wir schaffen das“, flankiert die Bundes-SPD - doch eine Stimme aus Sachsen bremst die Euphorie: „Wir schaffen es zurzeit nicht mehr“ sagt Martin Dulig.

© dpa

Leipzig. Sachsens Vize-Regierungschef und SPD-Vorsitzender Martin Dulig hat in der Flüchtlingspolitik eine Atempause gefordert. Deutschland sei „rein organisatorisch an der Belastungsgrenze“, sagte Dulig der „Leipziger Volkszeitung“ (Freitag). Er wisse nicht, ob das Boot voll sei, „richtig ist aber: wir schaffen es zurzeit nicht mehr“.

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Der Staat brauche vor der großen und noch bevorstehenden Integrationsaufgabe eine Atempause, um sich zu organisieren. Man dürfe die Flüchtlingsfrage „nicht nur mit dem Herzen, sondern auch mit dem Verstand beantworten“. Wer gut integrieren wolle, müsse den Flüchtlingsstrom jetzt eindämmen. „Es nutzt kein Drumherumgerede.“

Die Pegida-Bewegung hat Sachsen laut Dulig massiv wirtschaftlich und kulturell geschadet. Sie trage die Verantwortung dafür, dass eine Stimmung entstanden sei, „in deren Folge sich Menschen das Recht herausnehmen, andere mit Hass und Verachtung und Gewaltandrohung zu verfolgen.“ Das sei die Vorstufe zum direkten Angriff auf Mitmenschen. „Die Grenze des Zumutbaren für den Staat ist mit Pegida längst überschritten.“ Nun sei die Staatsanwaltschaft dran. (dpa)