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Dunkelfelder-Trauben gelesen

Das Weingut Schuh hat jetzt den begehrten Wein geerntet. Im April schützten 100 kleine Feuer die Reben vorm Frost.

© Weingut Schuh

Sörnewitz. Die Dunkelfelder-Trauben sind gelesen. Am Wochenende hat das Sörnewitzer Weingut Schuh sie geerntet. „Es handelt sich hierbei um den Wein, den wir in den Nächten zum 19. und 20. April mit 100 Feuerstellen vor Frost geschützt haben“, sagt Betriebsleiter Matthias Schuh. „Obwohl es mit gut minus zwei Grad Celsius damals ziemlich knapp gewesen ist, hatten die Reben keinerlei Frostschäden erlitten.“ Für Matthias Schuh ist mit der erfolgreichen Lese der Beweis erbracht, dass sich die Mühe gelohnt hat.

Der wechselhafte Sommer mit Regenschauern und sonnigen Tagen sorgte dafür, dass sich an den Rebstöcken schöne Trauben bildeten. „Durch fachgerechte Laubarbeit haben wir dafür gesorgt, dass die Trauben gut belüftet wurden und sich gesund entwickeln konnten“, erläutert Matthias Schuh. Es sei gelungen, gute Trauben mit einem optimalen Mostgewicht von 90 Grad Oechsle zu lesen.

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Und so geht es mit ihnen weiter: Die Trauben liegen etwa zehn Tage auf der Maische. Während dieser Zeit werden Farbstoffe und wertvolle Extrakte aus den Beerenhäuten und Kernen gezogen, die dem Wein später seinen individuellen Charakter verleihen werden. Der Wein darf danach in neuen und gebrauchten Holzfässern reifen, heißt es aus dem Weingut.

„Einen Teil verarbeiten wir auch in unserer Cuvée ,Der rote Schuh‘, kündigt der Betriebsleiter an. Den sortenrein ausgebauten Dunkelfelder des Jahrgangs 2017 wird es ab Ende 2019 beziehungsweise 2020 abgefüllt zu kaufen geben. Damit bieten die Sörnewitzer eine Besonderheit an. „In Sachsen bauen wir den Dunkelfelder als einziges Weingut sortenrein aus“, sagt Katharina Pollmer, in der Geschäftsführung für den Verkauf zuständig.

Im Weingut Schuh steht die Rebsorte auf 0,58 Hektar auf Sachsens kleinster eingetragener Einzellage, dem Meißner Klausenberg. Die Rebstöcke wurden Anfang der 1990er-Jahre als eine der ersten Sorten bei der Wiederaufrebung des damals brachliegenden Weinbergs von Walter Schuh gepflanzt. Der Dunkelfelder wurde Anfang des 20. Jahrhunderts aus Madeleine Angevine, einer Weißweinsorte, und Färbertraube gekreuzt. (SZ)