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Durch Pulsnitz rollt wieder Verkehr

Für den Fernwärmebau war die Ortsdurchfahrt wochenlang dicht. Am Freitag kann’s aber noch mal eng werden.

© Matthias Schumann

Von Reiner Hanke

Pulsnitz. Kraftfahrer in Pulsnitz atmen auf: Mittwochvormittag rollte der Verkehr endlich wieder auf der Staatsstraße am Schützenhaus und vorbei am Friedhof wie gewohnt Richtung Kamenz und Radeberg. Die quälende Umleitung durchs Gewerbegebiet ist Geschichte. Zuletzt hatte dort auch noch der schwere Unfall mit einem Schulbus und vielen verletzten Kindern für Diskussionen gesorgt.

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Die Entscheidung sei noch zu später Stunde am Dienstag gefallen. Denn ursprünglich sollte schon etwas eher geöffnet werden: „Wegen des starken Regens konnten am Montag aber keine Markierungsarbeiten durchgeführt werden“, erklärt Torsten Pfuhl, der Vorstandsvorsitzende des Kamenzer Energieversorgers Ewag. Ohnehin sei schon einiges durcheinander gewirbelt worden durch den Ärger mit dem Autobahnbau auf der A 4 seien kaum Firmen zu bekommen. So fehlt die Markierung vorerst. Die Ewag habe sich dennoch für die Freigabe entschieden, damit sich die Verkehrssituation in Pulsnitz entspannt. Damit ist auch die Verbindung Richtung Friedersdorf wieder frei.

Kraftfahrer müssen sich nur an diesem Freitag noch einmal auf Einschränkungen einstellen. Dann soll die Markierung auf die Straße kommen. Eine Umleitung werde es aber nicht mehr geben. Derzeit arbeitet die Ewag im Bereich der Bahngleise an der Strecke Kamenz-Dresden. Dort wird die Fernwärmeleitung derzeit unter dem Bahndamm durchgeschoben. Das passiert aber nicht auf der Staatsstraße, auch der Bahnübergang bleibt frei. Mit den Sperrungen sei laut Ewag definitiv Schluss. Danach muss der neue Fernwärmestrang noch auf dem Gelände des ehemaligen Kohleplatzes in Pulsnitz neben den Bahngleisen mit dem vorhandenen System verbunden werden, das das Wohngebiet an der Straße des Friedens versorgt. Insgesamt hat die Ewag dann auf 660 Metern eine neue Fernwärmetrasse verlegt.

Parallel dazu baut die Ewag an ihrem neuen Heizkraftwerk an der Fabrikstraße in Pulsnitz. Von dort bekommt künftig auch das Wohngebiet an der Straße des Friedens die Wärme. Seit Mitte Mai baut die Ewag inzwischen an der neuen Fernwärmetrasse und dem Kraftwerk. Mit dem Neubau werden drei alte Heizwerke abgeschaltet. 2,6 Millionen Euro investiert die Ewag in die Modernisierung der Anlagen. Das sei notwendig, weil das Pulsnitzer Fernwärmenetz aus der Zeit Anfang-Mitte der 1990er stamme, erklärt Ewag-Chef Torsten Pfuhl. Es entspreche nicht mehr den heutigen technischen Standards, ist nicht effizient genug.

Der technische Aufbau des neuen Blockheizkraftwerks ist unterdessen weitgehend abgeschlossen. Derzeit werde noch die Fassade gestrichen und an den Außenanlagen gearbeitet, so Torsten Pfuhl. Im Anschluss, so versichert er, könne auch der Parkplatz der Kita Schatzinsel gegenüber wieder uneingeschränkt genutzt werden.

Das Kraftwerk erzeugt Strom und Wärme. Es wird derzeit mit dem Pulsnitzer Fernwärmenetz verbunden und jetzt schrittweise in Betrieb genommen. Es werde eine Einlaufphase geben. Bis Ende Oktober soll die Umschaltung auf das neue Heizwerk beendet sein. Das soll reibungslos passieren, ohne dass die Abnehmer etwas davon merken, versichert die Ewag.