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Durchgang von Fleischbänken zur Böhmischen Straße wird geöffnet

Der Verein „Tradition und Zukunft Zittau“ hat mit einem Frühjahrsputz am Freitag die Grundlage für die Öffnung gelegt – die vorerst nur an einem Tag vorgesehen ist.

© Matthias Weber

Von Thomas Mielke

Zittau. Schaufeln kratzen über den Boden, junge Bäume werden aus dem Boden gezogen, Glasscherben finden den Weg in bereitgestellte Abfallbehälter – der Verein Tradition und Zukunft Zittau (TuZZ) hat zum Frühjahrsputz in die Zittauer Fleischbänke geladen und fünf Menschen sind am Freitagnachmittag dem Aufruf zum Aufräumen und Müllbeseitigen gefolgt. „Obwohl ihn bei Facebook 3 000 gelesen haben“, sagt Thorsten Walkstein, der die Aktion organisiert hat. Trotzdem freut er sich, dass er tatkräftige Unterstützung bekommen hat und nicht allein hinter der Bretterwand, die die Fleischbänke am hinteren Ende teilen, malochen muss. Die meisten Helfer sind Vereinsmitglieder oder stammen aus dem Dunstkreis des TuZZ.

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Der Frühjahrsputz in dem seit vielen Jahren unzugänglichem Bereich hinter der Bretterwand hat ein Ziel: Der TuZZ will den mindestens ebenso lange geschlossenen Durchgang von den Fleischbänken zur Böhmischen Straße wieder für die Zittauer öffnen. Für einen Tag. Zum Spectaculum am 9. Mai. Eine längere Zeit oder gar dauerhaft möchte das der Besitzer der Fleischbänke nicht zulassen. Er hätte nachvollziehbare Sorgen wegen Vandalismus und Einbrüchen, sagt Walkstein.

Tradition und Zukuft Zittau – und zwischenzeitlich eine Initiativgruppe – kümmert sich schon seit Jahren um die Fleischbänke. Zum einen, weil er sich im Allgemeinen der Belebung der Innenstadt und dem Erhalt historischer Bausubstanz verschrieben hat. Zum anderen hat er im Besonderen ein Interesse daran, dass es in dem historischen Kleinod schön aussieht. Er nutzt die Fleischbänke und öffnet die Büdchen in Zusammenarbeit mit Händlern und Gastronomen immer mal wieder zu Veranstaltungen. „Dafür zahlen wir Miete an den Besitzer“, sagt Walkstein.

Der Eigentümer aus den alten Bundesländern war vor zwei Wochen in Zittau und in den Fleischbänken. Konkrete Pläne für die Zukunft oder gar die Sanierung des Baudenkmals hat er auch da nicht verkündet, aber erlaubt, dass der TuZZ den Bereich hinter der Wand säubert und den Durchgang für einen Tag öffnet. Der SZ gegenüber hat er sich schon lange nicht mehr zu seinen Plänen geäußert. Auch mit der Stadt ist der Kontakt abgerissen. Im vergangenen Jahr habe es Gespräche gegeben und mal so ausgesehen, als würde es losgehen, heißt es aus der Stadtverwaltung. Doch seitdem habe man von dem Besitzer nichts mehr gehört. Außer, dass er ein paar Dachrinnen erneuert und die Installation eines neuen Stromanschlusses durch die Stadtwerke zuließ, soll er in den Fleischbänken bisher noch nichts getan haben.

Viel Zeit bleibt dem Bayern vielleicht nicht mehr. Im nächsten Jahr läuft die im Kaufvertrag zwischen ihm und dem Vorbesitzer, der Zittauer Wohnbaugesellschaft, festgelegte Frist für die Sanierung ab. Fünf Jahre waren 2014 vereinbart worden, in denen er die Fleischbänke entwickeln muss. Anderenfalls wird der Kaufvertrag ungültig, fallen die Fleischbänke an die kommunale Firma zurück. Die Stadt könnte die Frist auch verlängern. Aber, ob sie das will? Darüber müsste laut Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) erst noch nachgedacht werden – wenn bis 2019 wirklich nichts in den Fleischbänken passiert.