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Durchwachsene Bilanz

Die Ernte 2017 liegt im Durchschitt. Der Regionalbauernverband steht vor neuen Herausforderungen – und übt auch Selbstkritik.

© dpa

Von Andreas Kirschke

Lehndorf. Die in diesem Jahr erzielten Erträge bei der Mähdrusch-Ernte lagen im langjährigen Mittel. Auf leichteren Böden verzeichneten die Landwirte auch Ernten unter dem Durchschnitt. Dies sagte jetzt Stefan Triebs, ehrenamtlicher Vorsitzender des Regionalbauernverbandes Bautzen-Kamenz und Geschäftsführer der Saritscher Agrar GmbH in Lehndorf. „Die Trockenheit im Vorsommer hat Spuren hinterlassen. Mancherorts kam der Regen zu Beginn des Sommers zu spät“, erläuterte er. „Wiederholt wurden große Regionen wie zum Beispiel Königsbrück-Laußnitz von Sturm und Hagel heimgesucht.“

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Enttäuschend war in diesem Jahr insbesondere die Ernte bei Raps. Darüber sind sich die Landwirte einig, so Stefan Triebs. Die guten Erträge aus den Jahren 2004 bis 2007 kommen so nicht wieder. „Sei es durch die fehlende Beize, durch die enge Fruchtfolge oder nachlassende Pflanzenschutz-Mittel“, sagte Triebs. Die Preise in der Ernte seien gegenüber dem Vorjahr etwas besser zu kompensieren, nicht jedoch die Ertragsrückgänge gegenüber den Vorjahren. Seit der letzten Reform der EU-Fördermittel stünden heimischen Landwirten nur noch etwa 80 Prozent der sogenannten Flächen-Förder-Mittel zur Verfügung. „Und aus dem sächsischen Topf fehlt zum Beispiel die Mulchsaatprämie komplett“, führte der Vorsitzende aus. „Somit fühlt sich diese Ernte in Kombination mit den Fördermitteln so an, wie wir bis 2020 mit unseren Kosten klar kommen müssen bei steigenden Anforderungen durch das sogenannte Greening, die Düngeverordnung und weitere Auflagen. Damit wird es schwer, in Zukunft quer zu subventionieren geschweige denn Reserven anzulegen.“

Zu viel Pflanzenschutzmittel?

Triebs forderte aber auch Selbstkritik ein. So müssten sich Landwirte fragen lassen, ob sie in der Vergangenheit alles richtig gemacht haben. Sie müssten sich fragen lassen, ob die Fruchtfolge nicht zu eng ist und ob nicht zu viele Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Der Vorsitzende regte an, heimisches Soja anzubauen. Dies würde aufwendige Importe vermeiden. Dazu müssen entsprechende Bedingungen geschaffen werden. „Die Herausforderungen an uns steigen weiter“, fasste der Vorsitzende zusammen. „Jetzt gilt es, die neue Ernte in guter Qualität ins Feld zu stellen. Denn am Grundsatz ,Wie die Saat so die Ernte´ hat sich nichts geändert.“ Zum Glück sei man von sintflutartigem Regen wie in Brandenburg verschont geblieben.