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Dynamo-Demo gegen neues Polizeigesetz

Vor dem Spiel am Sonntag zogen Hunderte Fans unter dem Motto "Fanrechte = Bürgerrechte" durch Dresden. 

© René Meinig

Dresden. Den „Arsch hoch kriegen“ gegen die Einschränkung von Grundrechten. Darum ging es rund 1.000 Fans von Dynamo Dresden, als sie sich am Sonntagvormittag zur Demo auf der Cockerwiese versammelten. „Der Staat dreht die Repressionsschraube immer weiter zu“, rief zu Beginn ein Sprecher in die Menge und bekam viel Applaus. „Normalerweise müssten hier nicht nur Fußballfans, sondern eine komplette Gesellschaft stehen.“

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Im Januar hatten in Dresden schon einmal rund 5.000 Menschen gegen das geplante Polizeigesetz demonstriert. Damals liefen die Fußballfans noch Seite an Seite mit Familien, linken Gruppierungen und Autonomen. Diesmal dominierte Schwarz-Gelb. Um möglichst viele Anhänger auf die Straße zu kriegen, war der Start der Demo bewusst drei Stunden vor dem Heimspiel gegen Bochum angesetzt worden.

Begleitet von einigen Dutzend Polizisten setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung und steuerte über die Grunaer Straße symbolisch die Polizeidirektion in der Schießgasse an. Vorneweg liefen Fans mit einem Banner, das „Fanrechte = Bürgerrechte“ forderte.

Die Anhänger fürchten, dass sie durch das neue Polizeigesetz stärker als bisher in in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt werden. Sie sehen sich als Versuchsobjekte für den Kampf gegen terroristische Bedrohungen.

© René Meinig

Zur Demo am Sonntag traten die Fans den Beweis an, dass sie keine Bengalos brauchen, um Stimmung zu machen. Vor der Polizeidirektion stoppte der Zug für einige Minuten. Nochmals wurde in klaren Worten betont, dass man keinen Grund sehe, warum die Befugnisse der Polizei ausgeweitet werden sollten. Fußballfans seien keine Verbrecher.

Vergangene Woche hatte es in der Stadt bereits Kunstaktionen gegen das Polizeigesetz gegeben. Eine Gruppe namens „What are you looking at?“ bildete am Donnerstag auf der Prager Straße einen Korridor aus „menschlichen Kameras“. Am Freitag inszenierten sich Mitglieder der Gruppe vor dem Landtag als Stasi-Mitarbeiter. (SZ/hbe)

Update 15 Uhr: Die Zahl der Teilnehmer wurde von 2.000 auf 1.000 korrigiert.