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Dynamo

Kauczinski: Es gibt kein gerechtes Szenario

Dynamos Cheftrainer würde gerne wieder spielen, meint aber: "Wir können es uns abschminken, dass diese Saison normal zu Ende geht." Was er deshalb erwartet.

Seit Mittwoch steht er wieder auf dem Trainingsplatz - aber in gebotenem Abstand zu den Spielern: Dynamos Chefcoach Markus Kauczinski glaubt nicht an ein normales Saisonende.
Seit Mittwoch steht er wieder auf dem Trainingsplatz - aber in gebotenem Abstand zu den Spielern: Dynamos Chefcoach Markus Kauczinski glaubt nicht an ein normales Saisonende. © Dennis Hetzschold

Dresden. Für Dynamo geht es sportlich noch um viel, sofern es überhaupt weitergeht in dieser Fußball-Saison. Die Dresdner sind nach wie vor Tabellenletzter in der 2. Bundesliga, haben aber mit den Siegen in Regensburg und gegen Aue vor der durch die Corona-Pandemie bedingten Zwangspause den Abstand auf den Relegenationsrang auf einen Zähler verkürzt, auf den ersten Nichtabstiegsplatz sind es noch vier Punkte.

"Wir hatten zwei gute Spiele gemacht und sind ausgebremst worden", sagt Markus Kauczinski in einem Live-Stream-Interview für Sport im Osten (SpiO) des MDR. "Wir hätten gerne weitergespielt, weil wir einen guten Lauf hatten." Man habe sich aber nicht vorstellen können, welche Bedeutung das Corona-Virus erlangen und wie es den Alltag beeinträchtigen werde. 

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Deshalb hält der 50-Jährige nichts von Prognosen, wann es wieder richtig losgehen könnte. Man bereite sich darauf vor, dass im Mai gespielt wird, "aber das geht nicht ohne gesellschaftliche Lockerungen". Derzeit seien auch die Festlegungen in den Ländern zu unterschiedlich, einige Mannschaften dürften in Gruppen mit sieben, acht Spielern trainieren, Dynamo hat am Mittwoch das Training zu dritt und mit dem gebotenen Abstand aufgenommen. "Das gilt es zu vereinheitlichen, damit es ein fairer Wettbewerb ist", meint Kauczinski, der bereits vor zwei Wochen eine einheitliche Vorbereitungszeit gefordert hatte.

Geisterspiele auch noch in der nächsten Saison?

Es sei eine große Herausforderung, dafür zu sorgen, dass es sportlich korrekt bleibt. Dabei ist sich der Chefcoach bewusst: "Wir können es uns abschminken, dass die Saison irgendwie normal zu Ende geht. Man wird die eine oder andere Kröte schlucken müssen." Geisterspiele ohne Zuschauer seien für alle gleich, aber: "Wir haben besonders viele, besonders frenetische Fans. Das ist ein Vorteil an manchen Tagen." Auf den Dynamo aber genau wie alle anderen Vereine verzichten müsste - und das wohl nicht nur in den noch ausstehenden neun Spielen dieser Saison. "Ich glaube und befürchte, dass es noch in die nächste Saison hineinreichen wird, weil man wegen des Virus weiter sehr aufmerksam bleiben muss", betont Kauczinski. Das müsse man hinnehmen und akzeptieren.

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Ob leere Stadien, englische Wochen, Verlängerung über den Juni hinaus oder doch Abbruch - Kauczinski legt sich fest: "Es wird kein gerechtes Szenario geben. Egal, wie es zu Ende geht, wird es etwas geben, das einen stört", erklärt er im "SpiO"-Talk mit MDR-Moderatorin Karen Storelli.

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