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Ex-Dynamo Hauptmann trainiert wieder

Er ging vor zwei Jahren als Top-Talent aus Dresden zum 1. FC Köln, hat dort aber nur selten gespielt. Nun hofft der Mittelfeldspieler auf eine neue Chance.

Niklas Hauptmann ist im Sommer 2018 von Dresden in seine Geburtsstadt köln gezogen, doch fußballerisch hatte er dort bisher keine glückliche Zeit.
Niklas Hauptmann ist im Sommer 2018 von Dresden in seine Geburtsstadt köln gezogen, doch fußballerisch hatte er dort bisher keine glückliche Zeit. © Robert Michael

Köln/Dresden. Es ist ein neuer Anfang. Seit Dienstag trainiert Niklas Hauptmann wieder in einer "ganz kleinen Kleingruppe", wie der 1. FC Köln in einer Kurznachricht bei Twitter mitteilte. Gemeinsam mit Rafael Czichos, der nach einem Halswirbelanbruch wieder eingestiegen ist, absolviert der 23 Jahre alte Ex-Dynamo ein spezielles Übungsprogramm. Hauptmann hatte sich einer Leisten-Operation unterziehen müssen.

Für ihn ist es ein erster Schritt zu einem Comeback, verbunden mit der Hoffnung, doch noch dort anzukommen, wo er hin will: in der Bundesliga. Dafür war der talentierte Mittelfeldspieler im Sommer 2018 schließlich aus Dresden in seine Geburtsstadt Köln gezogen, hatte Dynamo die Rekord-Ablöse von mehr als drei Millionen Euro eingebracht. Doch seitdem warfen ihn immer wieder Verletzungen aus der Bahn, so musste er sich am Meniskus im linken Knie operieren lassen und fiel mehrere Wochen aus.

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Seinen ersten Einsatz danach hatte für die sechs Minuten beim 0:3 des FC im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion am 21. April 2019, insgesamt spielte er in der vorigen Zweitliga-Saison zwölfmal für die "Geißbock"-Elf.

Nur fünf Partien, aber zwei Tore in der Regionalliga

In dieser Spielzeit bestritt Hauptmann jedoch nur fünf Partien für die zweite Mannschaft der Kölner in der Regionalliga West, erzielte dabei immerhin zwei Tore. Er besitzt einen Vertrag bis 2023, doch bereits vor der Saison und erneut im Winter hieß es, er könne sich einen anderen Verein suchen. Auch über eine Rückkehr zu Dynamo wurde spekuliert, allerdings war das nach Informationen der SZ  jedoch kein Thema.

Für Dynamo bestritt Niklas Hauptmann 54 Spiele in der 2. Bundesliga - und auch einige Testpartien wie hier im Sommer 2017 gegen Victoria Berlin in Großenhain. Für seine eleganten Bewegungen verpasste ihm Ex-Kapitän Marco Hartmann den Spitznamen "Die Schla
Für Dynamo bestritt Niklas Hauptmann 54 Spiele in der 2. Bundesliga - und auch einige Testpartien wie hier im Sommer 2017 gegen Victoria Berlin in Großenhain. Für seine eleganten Bewegungen verpasste ihm Ex-Kapitän Marco Hartmann den Spitznamen "Die Schla © Robert Michael

Derzeit ist unklar, wie sich der Transfermarkt entwickelt. Für Hauptmann könnte das eine Chance sein, in Köln noch mal anzugreifen, wo seine familiären Wurzeln liegen. Sein Vater Ralf, der Dynamos Fußballschule leitet, war 1993 für knapp eine Million Mark zum FC verkauft worden, weil ihn der damalige Präsident Rolf-Jürgen Otto von der Gehaltsliste bekommen wollte. Er spielte acht Jahre bei dem Klub. "So lange ist kein anderer Spieler geblieben, obwohl viele mit großen Namen und guten Referenzen gekommen waren", sagte Hauptmann senior rückblickend in einem Gespräch mit der SZ.

Vom Stadtnachbarn zu Dynamo gekommen

Nach der Rückkehr der Familie nach Dresden begann Niklas Hauptmann zunächst beim Stadtnachbarn Borea, ehe er 2008 zu Dynamo kam. Nach 54 Einsätzen in der zweiten Liga war der vielzitierte nächste Schritt fällig, auch wenn es erst einmal kein Aufstieg war, weil Köln abgestiegen ist. So kam es eben vor einem Jahr zu einem Wiedersehen. Trotz der klaren Niederlage in Dresden schaffte der FC den Aufstieg, steht derzeit in der Bundesliga auf Platz zehn mit einem beträchtlichen Polster zur Abstiegszone. 

Ob Trainer Markus Gisdol, der die Mannschaft erst im November 2019 von Achim Beierlorzer übernommen und aus dem Tabellenkeller geführt hat, auf einen technisch gewitzten Mann wie Hauptmann setzt, wird sich zeigen, wenn er selbst wieder vollständig fit ist und der Ball wieder rollt.

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