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Dynamo-Legende greift DFL an

Ulf Kirsten hat den Ligaverband für den Umgang mit seinem Ex-Verein scharf kritisiert. Wegen des Abstiegs macht er sich zudem Sorgen um die Mitarbeiter.

Dynamos Ehrenspielführer Ulf Kirsten sagt, dass die DFL die Dynamo-Spieler ins Messer laufen lassen hat.
Dynamos Ehrenspielführer Ulf Kirsten sagt, dass die DFL die Dynamo-Spieler ins Messer laufen lassen hat. © Archiv: Robert Michael

Dresden. Der ehemalige Fußball-Nationalstürmer Ulf Kirsten hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) für den Umgang mit seinem Ex-Klub und designierten Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden scharf kritisiert. "Es heißt immer, die Gesundheit der Spieler muss im Mittelpunkt stehen. Das war hier nicht der Fall. Die DFL hat die Dynamo-Spieler ins Messer laufen lassen", sagte Kirsten der Sport-Bild.

Wegen positiver Coronafälle und einer Mannschaftsquarantäne von zwei Wochen kurz vor dem Neubeginn der 2. Bundesliga musste Dynamo seine Partien seither im Drei-Tage-Rhythmus absolvieren - insgesamt sind es neun Spiele in 29 Tagen. Kirsten hatte die DFL bereits nach der Vorstellung des Hammer-Spielplans  heftig attackiert: "Das ist Wettbewerbsverzerrung. Ich frage mich, ob man das mit renommierten Vereinen auch so gemacht hätte." 

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Der frühere Weltklasse-Stürmer machte sich im Gespräch mit der Sport-Bild auch Sorgen,  um die Angestellten bei Dynamo. „Es werden vielleicht nicht alle Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz behalten können“, sagte er. „Das ist eine ganz dramatische Folge, die leichtfertig in Kauf genommen wurde.“ Dem Wunsch von Dynamo, Nachholspiele in den Juli zu verlegen, war die DFL nicht nachgekommen.

Daraufhin hatte es massive Kritik von Dresden-Profi Chris Löwe gegeben.  Nach dem Spiel gegen Kiel ließ der Verteidiger beim Fernsehsender Sky seinen Emotionen freien Lauf.  Unter Tränen stellte er die Frage: "Wäre diese Situation genauso eingetreten, wenn der FC Bayern, Borussia Dortmund oder RB Leipzig in derselben Situation gewesen wären?" Die Antwort gab er sich selbst: "Ich glaube, dass dann andere Mittel und Wege gefunden worden wären, um die Saison zu Ende zu spielen. Da kommst du dir schon verarscht vor. Wir sind ja nur ein Zweitligist, der eh absteigt." 

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Der Verein erwägt nun, Klage wegen Wettbewerbsverzerrung einzureichen. "Wir werden das intensivieren und schauen, ob es Möglichkeiten gibt und Chancen", hatte Geschäftsführer Michael Born am Sonntag gesagt. Sein Team sei unnötig "in einen engen Terminplan gezwängt worden".  Auch Trainer Markus Kauczinski sprach sich für eine Klage aus. (dpa)

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